Brasilianische Nacht 2018
Liebe ehemalige Studierende und Freunde des Comenius-Kollegs!
 
Es ist wieder soweit!
 
Wir feiern die Brasilianische Nacht am 11.02.2018 ab 19 Uhr.
Alle sind herzlichst willkommen, bei heißen Sambarhythmen, frisch gemixten Cocktails und einem spannenden Unterhaltungsprogramm einen Plausch über ehemalige Zeiten zu führen.
Für die Verpflegung wird gesorgt. Wir feiern bis ca. 0:30 Uhr. 
 
Wir freuen uns auf ein Wiedersehen!
 
Euer Comenius-Kolleg
Abschlusszeugnisse für Studienkollegiaten am Comenius-Kolleg (Jan. 2018)

„Mut ist notwendig für den neuen Lebensabschnitt“

Abschlusszeugnisse für Studienkollegiaten am Comenius-Kolleg

 

Die Studienkollegiaten des Comenius-Kollegs haben ihre Abschlusszeugnisse bekommen.

METTINGEN. Nachdem im Weiterbildungskolleg bereits im Dezember die Abiturzeugnisse überreicht werden konnten, war jetzt das Studienkolleg am Mettinger Comenius-Kolleg an der Reihe: Mehr als 100 Studierende erhielten das Zeugnis der Feststellungsprüfung, das ihnen das Studium an allen deutschen Universitäten und Fachhochschulen ermöglicht. Leider konnten nicht alle das Zeugnis persönlich von Kollegleiter Thorsten Bahlmann, Studienkollegsleiter Klaus Jordan und Beratungslehrerin Gaby Amshoff entgegennehmen.

Sie hatten schon ein Praktikum oder eine Berufstätigkeit begonnen oder waren vor dem Studienbeginn noch in ihrem fernen Heimatland. Mut haben nach den Worten von Thorsten Bahlmann die Studienkollegiaten schon bewiesen, als sie sich am Studienkolleg beworben haben, um dort ein Jahr zu lernen. Mut gehöre ebenfalls dazu, sich aufzumachen in einen neuen Lebensabschnitt, das Studium in Deutschland. Er würde sich freuen, wenn viele die Verbindungen nach Mettingen pflegten.

Mutig war es nach Bahlmanns Worten aber schon, 1992 überhaupt in Mettingen ein Studienkolleg zu eröffnen. Als der damalige Kollegleiter Pater Osmar diese Idee im Kollegium vorstellte, habe es nicht nur Begeisterung gegeben. Begonnen hat man mit zwei Studierenden, einem brasilianischen Ehepaar. Heute gibt es mehr als 200 Studierende. Und das Mettinger Studienkolleg ist eines der beiden noch existierenden Studienkollegs in NRW, nachdem die staatlichen geschlossen worden sind. Thorsten Bahlmann hob hervor, dass der Erfolg des Studienkollegs eng mit seinem derzeitigen Leiter Klaus Jordan verbunden ist, der aber zum letzten Mal die Zeugnisse verteilte, weil er am Ende des Monats in den Ruhestand geht.

Quelle: Gunther Biesewig / IVZ 12.01.2018

Verabschiedung

Tanzeinlage

Agape Feier (Okt. 2017)

Agape Oktober 2017 

Haben Sie keine Vorurteile? Urteile, die man voreilig fällt, weil es bequemer und einfacher ist, in Stereotypen und in Schubladen zu denken? Kennen Sie das? Wann haben wir jemanden verurteilt, aufgrund von Annahmen, die tatsächlich nicht gerechtfertigt sind?

Die diesjährige Agape- Feier im Comenius Kolleg nahm Vorurteile in unserer Gesellschaft aufs Korn und veranschaulichte durch mehrere Beispiele, die von den Kollegiaten des Studienkollegs präsentiert wurden.

Dabei haben sie gezeigt, dass Vorurteile und Missverständnisse durch die Begegnung mit dem Fremden abgebaut werden können. Mit bewegenden Worten hat Margarita aus Kolumbien dies erläutert. Auch Jimmy aus Äthiopien und Mitch aus den USA führten vor, wie leicht Missverständnisse entstehen und gelöst werden können. Humor und Selbstkritik sind hierbei ebenso hilfreich wie Offenheit und Mut, durch eigene Erfahrung Stereotypen zu begegnen und sie zu überwinden.

Auch Jesus hält uns im Gleichnis mit dem Pharisäer und dem Zöllner den Spiegel vor, indem er einerseits die egoistische, von sich selbst überzeugte und sich im Recht fühlende Seite des Menschen einer bescheidenen, demütigen Seite entgegenstellt. Wo stehen wir und was können wir tun?

Die Schüler und Lehrer des Kollegs haben zu Hause kulinarische Leckereien vorbereitet, um es während der Agape- Feier zu teilen und gemeinsam zu essen. Dadurch wurde die Kolleghalle zu einem bunten internationalen Treffpunkt mit Gesichtern aus aller Welt, die sich beim gemeinsamen Essen näher gekommen sind.

Auch so werden Vorurteile abgebaut und menschliche Brücken errichtet.

Text: Peter Pogoda

Abiturzeugnisse als Weihnachtsgeschenk (Dez. 2017)

Am letzten Schultag in diesem Jahr hat das Comenius-Kolleg in einer kleinen Feierstunde die Abiturzeugnisse vergeben.

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METTINGEN. In ihrer Rede lobte Nele Tenambergen, Vertreterin des Abiturjahrgangs, das besonders offene Verhältnis zwischen den Studierenden und der Lehrerschaft. Dadurch werde das Lernen erheblich erleichtert. „Hier an dieser Schule lernten wir aber auch eine Vielfalt an Kulturen kennen“, fügte sie hinzu und verwies damit darauf, dass am Kolleg nicht nur junge Erwachsene mit deutschem Pass das Abitur nachholen können. An das eigentliche Kolleg angegliedert gibt es das Studienkolleg, an dem junge Ausländer die Zugangsberechtigung für das Studium an einer deutschen Universität erlangen können, erklärt die Schule in einem Pressetext.

Schulleiter Thorsten Bahlmann betonte in seiner Ansprache, es sei wegen der unterschiedlichen Lebensplanung junger Menschen wichtig, dass eine Schule wie das Comenius-Kolleg zweimal im Jahr Abiturtermine anbieten könne. Das solle auch dann gewährleistet werden, wenn es nur relativ wenige Abiturienten gebe.

Außerdem wies Bahlmann auf die neue Trägerschaft der Schule hin, die ab dem kommenden Jahr die Finanzierung übernimmt: Mit dieser Stiftung sei die Zukunft des Comenius-Kollegs für die kommenden 30 Jahre gesichert. An der besonderen Ausrichtung der Institution solle sich dadurch aber nichts verändern. „Der Religionsunterricht ist uns wichtig. Auch Papst Franziskus betont immer wieder, dass es viele Gemeinsamkeiten zwischen den christlichen Konfessionen gibt“, versicherte er. Dieser Geist der interreligiösen Zusammenarbeit soll auch in Zukunft den Alltag am Comenius-Kolleg prägen.

Bei der Zeugnisübergabe durch die Beratungslehrerin Eva Hellner und Abiturkoordinator Norbert Middendorf zeichnete der Kollegleiter Nele Tenambergen und Tino Schmidt als Leistungsbeste aus. Dabei drückte er seine Hoffnung aus, dass die jetzt ehemaligen Studierenden weiterhin Kontakt zum Kolleg hielten, zum Beispiel durch eine Mitgliedschaft im Förderverein. Umrahmt wurde die Veranstaltung von Chor und Band des Kollegs.

Text: Bernd Lobgesang und Gunther Biesewig

Franz von Assisi - ein Name wird Programm - Fortbildung (Okt. 2017)

Franziskus Fortbildung

Wenn der Schulträger wechselt und eine Stiftung an die Stelle der Franziskaner tritt: die franziskanische Identität des Kollegs soll bleiben. Aus dieser Motivation heraus organisierten einige Kollegen eine Lehrerfortbildung zum Thema 'Franziskus' am 21. September 2017.

Referentin des Tages war Dr. Martina Kreidler-Kos. Sie ist Diözesanreferentin im Bistum Osnabrück und lehrt an der philosophisch-theologischen Hochschule in Münster.

Mit viel Sachkompetenz, Humor und Begeisterung ging die Referentin das Thema an und berührte so die versammelte Lehrerschaft des Kollegs. Sie stellte die Namenswahl des heutigen Papstes heraus und zeigte, wie viele franziskanische Elemente sich in seinem Pontifikat wiederfinden. Er sei zwar Jesuit, habe aber ein franziskanisches Herz.

Im Zentrum ihres Vortrags standen 5 franziskanische Impulse. Frau Kreidler-Kos zeigte auf

* wie das Gottesbild des heiligen Franz ("Unser aller Vater ist im Himmel") zu einer Absage an alle irdischen Väter und Autoritäten führt und eine "Begegnung auf Augenhöhe" fordert;

* wie Franziskus sich "entkleidet" und in der Armut ein Zeichen gegen die Orientierung an materiellen Dingen setzt (Kapitalismuskritik);

* wie er eine radikale Geschwisterlichkeit lebt und damit auch die Würde und die Rechte der Frauen anerkennt;

* wie Franziskus Gottes Auftrag, seine Kirche wieder aufzubauen, zunächst im wörtlichen Sinne versteht - als er die Kirche San Damiano wieder aufbaut. Später habe er den Auftrag auch im spirituellen Sinne verstanden und sich besonders um den Frieden bemüht (zur Zeit der Kreuzzüge auch um den Frieden mit dem Islam);

* wie sich in Franziskus - und nicht nur im berühmten Sonnengesang - die Liebe zu Gottes Schöpfung manifestiert. Unsere Aufgabe sei es - mit den Worten des Papstes gesprochen - der Schöpfung zu helfen, sich zu entwickeln und immer schöner zu werden.

Wenn es darum geht, franziskanische Impulse in der heutigen Gesellschaft aufzunehmen, seien die Enzyklika 'Laudato si' und das Schreiben des Papstes Franziskus 'Amoris laetitia' wichtige Dokumente.

In der letzten Stunde beantwortete Pater Osmar, Gründer des Comenius-Kollegs und Vertreter des Schulträgers, Fragen zu der Schule mit franziskanischer Identität.

 

Text: Anneliese Dieckmann

Vom Aussterben bedroht? (Dez. 2017)

Eine Reportage aus dem Deutsch-Unterricht von Gunther Biesewig.

Cai Ellrich

Informiert sein ohne Zeitung? Ist das überhaupt möglich? Ein neuer Platzhirsch dominiert den Medienwald.

Mettingen – Das Comenius-Kolleg in Mettingen ist ein Ort, an dem, wie in hoffentlich vielen Bildungseinrichtungen, täglich unzählige Informationen an Studierende vermittelt werden.

Cai Ellrich Schüler des 5. Semesters, ist gerne informiert über die Dinge, die in der Welt und um ihn herum geschehen. Aus diesem Grunde hält er sich häufig in der Zeitungsecke auf, aber auch um sich schlicht die Langeweile in den Pausen zu vertreiben. Cais Meinung nach ist die am Kolleg angebotene Zeitung "ein guter Zeitfresser". Meistens, so sagt er, könne er sich im Nachhinein an die gelesenen Artikel nur vage erinnern. Jedoch ist die Mittagspause mit 45 Minuten recht lang und sinnvollen Zeitvertreib gibt es nicht viel. Hier bietet die Zeitung Abwechslung in einer ansonsten franziskanisch geprägten Umgebung und ist die womöglich einzige Alternative zum Blick auf das Smartphone. Cai Ellrich ist allerdings nicht der Regelfall.

Denn Cai gehört zu der bedrohten Spezies der „jungen-Zeitungleser“. Das Zeitungsangebot der Schule wird nämlich alles andere als rege genutzt. Ob dies an den Studierenden liegt oder an einer allgemeinen Apathie Zeitungen gegenüber, bleibt offen.

Das von der Neue Osnabrücker Zeitung(NOZ) ins Leben gerufene „Klasse!Paten“-Projekt, soll lokal ansässigen Unternehmen die Chance bieten, ihr Image aufzufrischen, indem sie in die Zukunft der Region investieren und Schülern den Zugang zum Medium Zeitung ermöglichen.

Natürlich ist dies auch im Sinne der NOZ, welche sich als Vertreter ihrer Art schon längst auf der roten Liste befindet, das Interesse junger Leser auf sich zu lenken und idealerweise an sich zu binden, frei nach dem Motto:„Hol sie dir, wenn sie jung sind, dann sind die Möglichkeiten grenzenlos!".

Das Leben der Zeitung begann mit der Erfindung des Buchdrucks im Jahr 1450 durch Johannes Gutenberg- der Beginn einer Ära. Die nach Informationen dürstende Menschheit nahm das neu geschaffene Medium „Zeitung“ mit offenen Armen auf. So eroberten immer mehr Zeitungen den Globus und der Hunger der Menschen nach neuen Informationen wuchs stetig weiter.

Ihren Höhepunkt erlebte die Zeitung in der ersten Hälfte des 20ten Jahrhunderts, Zeitungen prägten das Stadtbild und wurden zum Sinnbild des aufgeklärten und informierten Menschen. So nistete sich die Zeitung fest am Frühstückstisch in den Händen des Vaters oder Großvaters ein, aber sollte sich nicht auf das häusliche Umfeld beschränken, sondern zum stetigen Begleiter werden. Ob an Haltestellen, in Straßenbahnen oder in der Hand von Sherlock Holmes, die Zeitung breitete sich in alle Lebensbereiche aus.

Jedoch hat sich das Straßenbild heutzutage drastisch verändert. Wo die Menschen früher am Bahnsteig den Blick auf die Zeitung gerichtet hatten, werden ihre Gesichter heute vom Bildschirm beherrscht.

Im Jahr 2005 hat die Zahl der Internetnutzer die Zahl der Zeitungskäufer zum ersten Mal überstiegen und das verdeutlicht den Wandel der Informationsbeschaffung des 21. Jahrhunderts. Das Internet macht der Zeitung ihr Territorium streitig. So prognostiziert der Journalist und Kommunikations-wissenschaftler Prof. Dr. Klaus Meier die letzte verkaufte Zeitung für das Jahr 2034.

Viele Zeitungsverleger haben auf den Wandel bereits reagiert und bieten wie z.B. auch die NOZ ihr Angebot in Form von digitalen Inhalten an.

Auf die Frage, ob Cai durch die Zeitungsecke in der Schule ein engeres Verhältnis zur Zeitung im Allgemeinen und speziell zur NOZ aufbauen konnte, antwortete er: „Auf Jeden! Seitdem habe ich mir auch öfter mal eine Zeitung gekauft".

 

 

Eine Reportage aus dem Deutsch-Unterricht von Gunther Biesewig
Exkursion auf die Touristeninsel Kreta (Sep. 2017

In der Exkursionswoche Anfang September machten sich Studierende des Erdkunde-Leistungskurses im 5. Semester mit ihrer Kurslehrerin Stefanie Schwaninger auf den Weg nach Chersonissos, welches im Norden der griechischen Insel Kreta liegt.

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Nach einer langen Reise per Bahn und Flugzeug nach Heraklion und der 45minütigen Busfahrt in den Touristenort Chersonissos, genossen die Teilnehmer die Abendsonne Kretas.

Frisch gestärkt und ausgeruht für die nächsten Tage, begann am nächsten Morgen die von 2 Studierenden organisierte Tour durch die Altstadt von Chersonissos mit der Besichtigung der Reptilienauffangstation, den Überresten aus längst vergangenen Zeiten der Antike und des Mittelalters sowie diverser kultureller und religiöser Stätten. Ein Vortrag eines Studierenden zur Historie der Insel und der Stadt rundete den Ausflug sehr informativ ab.

Am nächsten Morgen reiste die Gruppe mit dem Bus über Heraklion zum Palast von Knossos, besichtigte dort die Ruinen des ehemals beeindruckenden Gebäudes und fuhr dann zurück nach Heraklion, wo wiederum eine Stadtführung, organisiert von 2 Studierenden, stattfand.

Die kommenden beiden Tage verbrachten die Teilnehmenden der Exkursion in und um Chersonissos, wo sie das Freilichtmuseum Lychnostatis besichtigten, in dem ein Weinfest stattfand. Traditionelle Musik wurde gespielt, ein typisch griechischer Tanz aufgeführt und einheimische Spezialitäten gereicht, die gerne gekostet wurden. Zwei Studierende probierten dann noch spontan das ursprüngliche Weinpressen mit den Füßen in einem alten Holzfass aus und hatten sichtlich Spaß an der Sache.

Der nächste Tag startete dann früh aufgrund der heißen Temperaturen mit einer Wanderung in zwei Bergdörfer rund um Chersonissos, um das traditionelle Leben außerhalb des Tourismus erfahren zu können. Diese Tour wurde im Vorfeld ebenfalls von 2 Studierenden geplant und mit interessanten Informationen aufgewertet.

Am Ende einer heißen Exkursionswoche durfte die ein oder andere Stunde am Strand oder im Aquapark auch nicht fehlen, da die Insel ihre Einnahmen schließlich hauptsächlich aus dem Tourismus generiert, und da stehen vor allem natürlich die Badetouristen an erster Stelle.

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Text und Bilder: Stefanie Schwaninger

Sichtwechsel Stadtbilder aus Afrika (Nov. 2017)

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Wenn es um Afrika geht, sieht man meist dieselben Bilder: Armut, Aids und Bürgerkriege auf der einen und Lehmhütten, Steppen und wilde Tiere auf der anderen Seite. Die Ausstellung „Sichtwechsel“ zeigt den Kontinent Afrika von einer Seite, die viele Menschen in Deutschland nicht kennen: das pulsierende Leben in den Metropolen Addis Abeba (Äthiopien), Kigali (Ruanda) und Lagos (Nigeria).

Mit dieser Ausstellung wollen junge Deutsche, die als Freiwillige südlich der Sahara gelebt und ge-arbeitet haben, ein alternatives Afrikabild vermitteln. Sie waren im Rahmen des „weltwärts“-Pro-gramms des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) ein Jahr lang in den verschiedensten Staaten Afrikas unterwegs. „Bei unserer Rückkehr sind wir darüber erschrocken, wie einseitig und klischeehaft die Berichterstattung und Werbung in Deutschland sogenannte Entwicklungsländer darstellt. Deshalb wollen wir nun die Erfahrungen, die wir vor Ort gemacht haben, weitergeben und auf die enorme Vielfalt des afrikanischen Kontinents hinweisen.“

Dabei lassen sie Afrikanerinnen und Afrikaner selbst erzählen: Sie starteten deshalb eine Ausschrei-bung in drei Städten und erhielten 291 Einsendungen – das Material für ihre Ausstellung. Fotos und Infotafeln zu Verkehr, Wohnungsbau, Sauberkeit und Glaube zeigen die Sicht der Einheimischen auf ihre Städte. „Sie lassen uns an ihrer Perspektive auf ihre Heimat teilhaben. Das Ergebnis ist bewegend und oft auch überraschend“, sagte der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler.

Eine verschlankte Version der Ausstellung ist bis 20. Dezember im Foyer des Comenius-Kollegs von montags bis donnerstags von 8.30 Uhr bis 15.30 Uhr und freitags von 8.30 Uhr bis 14.00 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Tanzen und Spielen für ein Miteinander und Füreinander (Sep. 2017)

Tanztheater „Nativos“ aus Nordostbrasilien im Comenius-Kolleg

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Enttäuschung, Hoffnungslosigkeit und Gewalt, aber auch ausgelassene Lebensfreude und Zusammenhalt – eine ganze Bandbreite von Emotionen zeigte das Tanztheater „Nativos“ eindrucksvoll in seinem Stück „Tote Flüsse, Mangroven ohne Leben, ein hungerndes Volk“, das im Comenius-Kolleg vor mehreren Hundert Studierenden aufgeführt wurde.

Thematischer Rahmen ist das Leben der Bewohner der „Ilha de Deus“ – der „Gottesinsel“ - in der Nähe der Stadt Recife im Nordosten Brasiliens. Die ersten Inselbewohner kamen zu einem wunderschönen Ort mit klarem Wasser, vielen Fischen und Garnelen. Dargestellt werden alltägliche Arbeiten wie Muschelsammeln, das Einholen der Netze durch die Fischer, aber auch der Abschied der Fischer von ihren Kindern. Dagegen sind heutzutage die Flüsse verschmutzt, wenn nicht gar „tot“, die Mangroven - eine Art Küstenurwald - verschmutzt und abgestorben. Dabei dienen sie als durch das Wurzelwerk gesicherter „Kindergarten“ für Fische und Krustentiere. Die neue Lage führt zum Verlust der Lebensgrundlage der Bevölkerung und hat als Konsequenzen Frustration, Demonstrationen und gewalttätige Auseinandersetzungen. Die Aufführung zeigt aber auch, wenn etwa Samba gespielt und getanzt wird, dass die Menschen ihre Lebensfreude nicht verlieren.

Die Gruppe verbindet sehr reduzierte darstellende Elemente mit solchen des traditionellen Tanzes und traditioneller Musik wie Samba, Frevo oder Maracatu. So gibt es eine Szene, in der durch das Aneinanderschlagen von Stäben gewaltsame Auseinandersetzungen, auch in einer Art Kampf zwischen den Schauspielern, dargestellt werden.

Die „Companhia de Danca Nativos“ gibt es seit 2015. Sie besteht aus 8 Jugendlichen, die von der „Gottesinsel“ stammen und sich dort im Umweltschutz engagieren. Sie werden von einer älteren Schauspielerin und Musikerin betreut, die sie als Trommlerin manchmal direkt durch den Tanz treibt. Sie vertritt zudem ein vom Aktionskreis Pater Beda initiiertes und unterstütztes Projekt, „Saber Viver“, das auch eine kleine Tanzschule anbietet, um den Kindern ihre kulturellen Wurzeln zu zeigen. An deren Kursen haben die Mitglieder von „Nativos“ teilgenommen.

Zustande gekommen ist die Veranstaltung auf Initiative eines ehemaligen Studienkollegiaten des Comenius-Kollegs, Luciano de Sales, der selbst aus Recife stammt. Nach einem Studium der Romanistik kümmert er sich jetzt um die Betreuung brasilianischer Studenten an der Universität Münster, engagiert sich aber eben auch für die deutsch-brasilianische Völkerverständigung.

Wie sehr die Aufführung die zuschauenden Studierenden, aus Deutschland und vielen weiteren Ländern, beeindruckte, ließ sich an den begeisterten Reaktionen erkennen. Und des Öfteren stimmten - wohl vor allem brasilianische Studienkollegiaten - in die Lieder der Gruppe ein. Einige ließen sich sogar in einen Tanz zur Anpflanzung von Mangroven integrieren und verdeutlichten. dass es bei gegenseitiger Unterstützung eine Zukunft für die Fischer auf der „Gottesinsel“ gibt.

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Text: Gunther Biesewig