Was mich überraschte als ich in Ghana ankam. (Nov. 2016)

Aus einem Projekt des Deutschunterrichts von Karin Thomas im Studienkolleg des 2. Semesters im Wintersemester2016/17. Der Text stammt von Kimberley Addy, die zur Zeit das Studienkolleg des Comenius Kollegs in Mettingen besucht. Ihre Eltern stammen aus Ghana. Sie ist jedoch in Berlin geboren und lebte dort 14 Jahre lang. Von ihrem 14. Lebensjahr an wohnte sie für vier Jahre in Ghana. Aus dieser Zeit stammt ihr Bericht.

 

„In wenigen Minuten erreichen wir ‘Kotoka International Airport’, Accra“, sagte die Flugbegleiterin in das Mikrofon. August 2010 bin ich mit meiner Familie nach Ghana gezogen. Von meinem Fensterplatz aus konnte ich die vielen Lichter von unten sehen. Es gab also Licht in Ghana, dachte ich zu mir selbst. Am Flughafen wurden wir von ein paar Verwandten abgeholt.

Unser neues zu Hause war riesig im Vergleich zu unsere Wohnung in Berlin. Meine Eltern erklärten mir, dass es unser Familienhaus war. Jede Familie in Ghana hat ein Familienhaus. Es wohnten insgesamt 21 Leute – alles Verwandte - in diesem Haus: Großtanten, Cousins, Tanten und Onkel. Von den Meisten hatte ich noch nie ein Wort gehört, aber wir waren alle verwandt. Die Frauen kochten jeden Tag für die ganze Familie. Wenn man zum Einkaufen ging, musste man für die ganze Familie einkaufen. Ich wollte mir einmal eine Tasse Tee machen und musste am Ende 18 Tassen Tee machen. An das Großfamiliensystem musste ich mich noch gewöhnen. Als ich nur mit meinem Eltern und Bruder wohnte, war es viel einfacher sich für einen Fernsehprogramm zu entscheiden.

Zu Hause gab es kaum fließendes Wasser. Regelmäßig mussten wir Wasser kaufen um die Wasserreservoirs zu füllen. Trinkwasser mussten wir immer extra kaufen. Schlimmer fand ich aber den Stromausfall. Manchmal gab es zwei Tage und Nächte keinen Strom. Ohne einen Ventilator zu schlafen war sehr schwer. Fenster konnte man nachts nicht aufmachen wegen der Mücken. Schwitzen war jedem lieber als Malaria.

Interessant fand ich auch wie es fast überall Tiere gab. Am häufigsten sah man Hühner, Ziegen und Kühe. Ich hatte einmal eine Kuh mit einer Ziege verwechselt. Die Kuh war nicht einmal halb so groß wie die kleinste Kuh, die ich in Deutschland gesehen hatte. Das lag einfach daran, dass Tiere in Ghana zwar Besitzer haben, trotzdem aber ihrem eigenen Schicksal überlassen werden. Sehr selten füttern die Besitzer ihre Tiere.

Mein erster Schultag in Ghana war der reine Albtraum. Die erste Überraschung war die hässliche Schuluniform. Es gab sie nur in einer Größe und man durfte sie nicht enger machen. Meine Haare, Nägel, Schminke und Schuhe wurden alle bei der Schulleitung kritisiert. Die Haare sollte ich abrasieren. Schminke durfte ich nicht tragen, nur schwarze Schuhe mit weißen Socken waren erlaubt, kein Nagellack und keine langen Nägel. Die Strafe, wenn man gegen die Regeln verstieß, war gleich. Man wurde geschlagen. Hausaufgaben nicht gemacht, Uniform nicht richtig gebügelt, lange Fingernägel, kam man zu spät oder man war zu laut. Wir waren Schülerinnen und Schüler zwischen 17 und 20 Jahre trotzdem wurde es uns strengstens verboten in einer Beziehung zu sein. Auch dafür wurden wir geschlagen. Ich konnte mich nicht an das Schulsystem gewöhnen. Als ich Deutschland verließ, fühlte ich mich schon wie eine erwachsene Frau. Was Kleidung, Frisuren oder auch Beziehungen anging hatten meine Eltern mir schon vertraut. Mich abrasieren zu lassen und so sehr unter der Kontrolle der Schule zu sein, machte mich sehr verletzlich und sorgte dafür, dass ich meine Reife doch noch in Frage stellte. Ich konnte nicht verstehen wie die Schule so sehr in mein privates Leben eingreifen durfte. Ich kam mir sehr hilflos vor und unterwarf mich dem Schulsystem.

Transportsystem in Ghana. Es gab keinen Fahrplan und sehr wenige Bushaltestellen. Die Busse hielten sowieso überall und nirgends. Sah man einen Bus vorbei fahren, musste man hinterher rennen und rufen bis der Fahrer anhielt. Was chaotischeres dürfte es nicht geben. Man konnte sich nicht auf den Bus verlassen. Züge gab es nicht und gibt es immer noch nicht. Es war einfacher mit dem Taxi zu fahren. Es war zwar teurer, aber trotzdem viel billiger. Die Taxis konnte man allerdings nicht anrufen, sondern man musste schon zur Taxistation oder ein Taxi beim Vorbeifahren stoppen. Irgendwie klappte es.

In Ghana konnte man alles auf der Straße kaufen: Fleisch, Gemüse, Getränke usw. Die Ware wurde auf dem Kopf getragen. Die Verkäufer waren sehr schnell und geschickt. Bevor die Ampel grün wurde, hatten sie dir schon deinen Einkauf und Wechselgeld gegeben. Große Märkte und Supermärkte gab es auch, aber dieses „Einkaufen to –go“ fand ich sehr faszinierend.

Meine größten Enttäuschungen waren wohl, als zu Ostern der Osterhase nicht kam, der Nikolaus nicht kam und das es überhaupt kein Halloween gab. Zu Weihnachten gab es keinen Schnee und keinen Weihnachtsmarkt...kein Schlittschuhlaufen. Obwohl meine Eltern ihr Bestes gaben, um uns ein deutsches Weihnachtsfest zu ermöglichen, war es bei 38 Grad natürlich nicht dasselbe.

Mir hatte Ghana sehr gefallen. Ein Teil von mir passt perfekt in diese Kultur rein, der andere Teil aber nicht. Die vier Jahre in Ghana waren mir sehr wichtig. Mir wurde bewusst,dass ich mein ganzes Leben lang zwischen Ghana und Deutschland pendeln würde. Ghana reicht nicht aus und Deutschland auch nicht. Für mich ist Heimat sowieso, wo meine Familie ist.

Meine Ankunft in Deutschland und mein Blick auf dieses Land (Okt. 2016)

-Bericht eines Studienkollegiaten aus dem 2. Semester. Aus einem Unterrichtsprojekt des Deutschunterrichtes von Karin Thomas im Wintersemester 2016/17-

Mohammad Fahmawie

Nachdem ich mein Abitur gemacht hatte, musste ich lange überlegen, was der nächste Schritt sein sollte. Und aufgrund der geringeren Disziplinen und Vielfalt der Fächer in den Universitäten meines Heimatlandes, habe ich mich entschieden, in Deutschland weiter zu studieren, weil es in diesem Land vielfältige Fächer auf allen Ebenen gibt. Obwohl ich weiß, dass wir heutzutage in einer globalisierten Welt sind, und ich an jedem Ort der Erde großartige Informationen erhalten kann, aber auf der anderen Seite sagt ich mir, man muss auch praktische Erfahrungen haben und es ist wichtig, im Ausland alleine zu leben, um neue Kulturen kennenzulernen.
Als ich im Flugzeug war, dachte ich gleichzeitig mit Hoffnungen und Angst, wie das
neue Leben werden würde, ich hatte kein richtiges Bild von Deutschland und war wie
blind, ohne irgendwelche Weisheit über das neue Leben zu haben, deswegen war alles in meinen Augen dunkel wie der Himmel ohne Sterne, trotzdem war der Stern in meinem Herzen noch vorhanden und leuchtend.
Ich habe am Anfang gedacht, dass ich sehr schnell einen Studienplatz bekommen würde und mich auf meinem Studienstuhl vom ersten Tag an setzen könnte, um die Studienarbeit anfangen zu können, aber das war ganz anders.
Ich hatte anfänglich Schwierigkeiten damit, eine Wohnung zu finden und die Sprache sehr schnell zu lernen und mich gleichzeitig bei Universitäten zu bewerben, deshalb habe ich die erforderlichen Sprachniveaus alleine gelernt. Ich fand mich als fremde Person in einer neuen Welt ohne Verwandte, Eltern, Freunde, den vertrauten Straßen und Orten meines bisherigen Lebens, an die ich 18 Jahre gewohnt war. Dann plötzlich begann ich ein neues Leben mit neuen Menschen, Kulturen, Systemen und Regeln. Nach der Betrachtung der Schwierigkeiten möchte ich nun auf die positiven Seiten, die ich auf diesem schönen Weg erfuhr, eingehen . Erstens habe ich eines der besten Länder der Welt mit großen Fortschritt kennengelernt.Verkehrsmittel stehen in jedem Ort zu bestimmten Zeiten zur Verfügung. Pünktlichkeit und Genauigkeit im Leben und Lebensalltag sind wunderbar! Im Ausland kann man bei jedem Schritt etwas Neues lernen. Darüber hinaus lernt man verschiedene Kulturen kennen und bekommt eine neue Philosophie über das Leben und neue Wahrnehmungen.
Die Wissenschaften sind sehr wichtig in Deutschland, das interessiert mich sehr, weil Wissenschaft die Sprache der Welt ist und ein wichtiger Beitrag zur Zivilisation ist. In Deutschland kann ich immer Bibliotheken mit allen Büchern vom Anfang des Humanismus bis in die Gegenwart finden. Hier gibt es ein großes Bewusstsein für die Wichtigkeit der Wissenschaften und Bücher, weil diese fantastischen Sachen zur Weiterentwicklung führen können.
Deutsche Industrie, Technik und Wissenschaften sind unendliche Themen, über die man reden kann. Wenn Musik, Philosophie und Literatur miteinander verbunden sind und in einem Land gleichzeitig vorhanden sind, führt dieses zu großartigen Entwicklungen auf allen Ebenen dieses Landes. Das ist es, wenn ich an deutsche Kultur denke.
Beispielsweise möchte ich drei der intelligentesten und berühmtesten Deutschen, die die deutsche Musik, Philosophie und Literatur repräsentierten, nennen. Es sind Beethoven als Musiker, Friedrich Hegel als Philosoph und Goethe als Literat, die gleichzeitig in einem Zeitraum im 19. Jahrhundert in Deutschland gewirkt haben und ihre Wunder in die Welt gebracht haben.
Und sie führten indirekt zur Entstehung der großen Entwicklungen der großen deutschen Wissenschaftler des zwanzigsten Jahrhunderts wie Albert Einstein und seiner Relativitätstheorie, Max Plank in der Quantenphysik und Max Abraham in das Medizin und viele andere. Ich muss die Sprache sehr gut beherrschen, damit ich über dieses schöne Land mehr wissen kann. Ich habe einen großen Respekt für Deutschland und ich liebe dieses Land, wünsche immer für Deutschland das Beste und gleichzeitig hoffe ich, dass alle Länder voneinander und miteinander lernen und eine bessere Zukunft mit Gleichheit aller Menschen und ein besseres Leben erschaffen können. Denn ich glaube immer an die große Bedeutung der Menschheit, die bedeutet, dass alle Menschen miteinander ohne Grenzen leben und lieben können und die Schönheit jedes Atoms im Universum genießen können.

Mohammad Famawie (20 Jahre) Jordanien

 

 

Amsterdam - mehr als Tulpen, Gouda und Windmühlen (Sep. 2016)

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Zehn Studierende des 5. Semesters machten sich Ende August in Begleitung von Reinhild Veerkamp und Stefanie Schwaninger auf den Weg nach Amsterdam. Bereits während der Zugfahrt konnten viele Einblicke in die niederländische Landschaft gewonnen werden. Angekommen in Amsterdam, hieß es dann zunächst, die Zimmer zu beziehen, und das nicht in einem Hostel oder Hotel, sondern auf einem Boot – standesgemäß zu der am Fluss Ij gelegenen Stadt mit dem anmündenden Ijsselmeer.

Als erster Programmpunkt stand der Besuch der Ausstellung Micropia als Teil des Artis Zoos an. Hier konnten Einblicke in die Welt der Mikroorganismen genommen werden. Von diversen mikroskopischen Analysen, über Filmmaterial und sensomotorischem Erleben hin zu einem Überblick über die gesamte Stadt Amsterdams. Dies konnte man nämlich hoch auf dem Turm „Amsterdamm lookout“ beim Sonnenuntergang erleben.

Der nächste Tag begann auf einer entspannten Grachten- und Busrundfahrt durch Amsterdam mit zahlreichen Informationen zur Geschichte und wichtigen Anlaufpunkten Amsterdams.

Zur Vertiefung und zum Erfahren der Geschichte der Niederlande unter nationalsozialistischer Besetzung darf ein Besuch des Anne Frank-Museums natürlich nicht fehlen.

Am Mittwoch hieß es dann wieder in den Zug zu steigen und nach Overveen zum Nationalpark zu fahren. Nach einer 5-Kilometer-Wanderung durch Wald, Dünen und am Badesee entlang, war dann das Ziel Strand erreicht. Schließlich musste man sich ja für den genauso langen Rückweg erholen.

Am Abend stand dann noch eine Führung durch das Rotlichtviertel Amsterdams an, eines der ältesten der Stadt.

Der nächste Morgen begann mit einem Besuch des Amsterdamer Hafens (nach Rotterdam der zweitgrößte der Niederlande), um die Entwicklung der Stadt zu vertiefen. Die heutige Nutzung vieler alter Hafengebäude als moderne Büro- oder Wohngebäude konnte vom anderen Ufer, zu dem kostenlose Fähren über das Wasser gleiten, optimal beobachtet werden.

Am Nachmittag erfolgte ein so genannter geführter „Ganja-Rundgang“, der einen Einblick in die Amsterdamer Coffee-Shop-Szene bieten sollte. Auch hier wurden viele neue Informationen über die Geschichte der Stadt vermittelt.

Am letzten Tag stand vor der Abreise zurück nach Osnabrück ein Besuch des Dungeon an, der inszenierender Weise einen Einblick in die dunkle Zeit des Mittelalters gegeben hat. Hier wurden Szenen aus der Vergangenheit dargestellt, unter anderem eine Hexenverurteilung samt Verbrennung oder auch die Folter mit den verschiedensten Werkzeugen.

Das Fazit der Woche lautet: viel Sonne, viel Spaß, viel gelernt.

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Text und Fotos: Stefanie Schwaninger


Fast wie in den Tropen: Die Eine-Welt-Tage im September 2016

Bei strahlendem Wetter mit Temperaturen von über 30 Grad fanden die Eine-Welt-Tage vom 14. bis zum 16. September statt. Die tropische Wärme trug zur entspannten und lockeren Stimmung bei, die während der gesamten drei Tage herrschte.

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Über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer strömten am Mittwochmorgen in den Schultenhof und wurden dort von Bernd Lobgesang, dem Eine-Welt-Koordinator der Schule, begrüßt und mit dem Ablauf der Veranstaltung vertraut gemacht. Danach ging es weiter mit einem Einführungsvortrag von Pater Osmar, dem früheren Schulleiter des Comenius-Kollegs, der damit auf die christlichen und insbesondere franziskanischen Grundlagen des Kollegs aufmerksam machte. Er berichtete über das Leben des Gründers des Franziskanerordens, Franz von Assisi, und hob insbesondere dessen Einsatz für das friedliche Zusammenleben von Christen und Muslimen hervor, die sich im 13. Jahrhundert bis auf die Zähne bewaffnet gegenüberstanden. Das Ringen um Frieden als Voraussetzung für ein erfülltes Leben blieb an diesem Mittwochvormittag auch weiterhin ein bestimmendes Thema. Lobgesang informierte im Anschluss an Pater Osmars Referat über Johann Amos Comenius, den Namensgeber der Schule, der sich ebenfalls für das friedliche Zusammenleben der Menschen einsetzte - aber auch für die schulische Bildung für alle Kinder. Ganz ähnliche Ziele verfolgt heutzutage die UNESCO, die Organisation der UNO für Bildung, Wissenschaft und Kultur, zu deren etwa 200 deutschen Projektschulen das Comenius-Kolleg seit 2002 zählt. Nach Lobgesangs obligatorischer Powerpoint-Präsentation über Brasilien, in der es hauptsächlich um die Geschichte des Landes, die dramatischen Unterschiede zwischen Arm und Reich, Wohnverhältnisse, Großgrundbesitz, Kinderarbeit und Naturzerstörung ging, entspann sich eine lebhafte Diskussion über die jüngsten Entwicklungen in diesem Land und auch weltweit. Im großen und Ganzen waren sich die Diskussionsteilnehmer darin einig, dass die Korruption global bekämpft werden muss und dass die Politiker stärker ihren Verpflichtungen im Sinne des Gemeinwohls nachkommen müssen. An die Bürgerinnen und Bürger der Welt ging aber auch der Appell, sich mehr für Demokratie und Frieden stark zu machen.

Danach tagten die Arbeitsgruppen. Diesmal standen sechs zur Auswahl. Es waren „Tanzen verbindet Menschen“ (Leitung: Petra Köstler, Camilo Torres), „Musik aus aller Welt – Musik für eine Welt“ (Leitung: Reinhild Veerkamp), „Theater“ (Leitung: Silke Osterhues), „Brasilien nach der Olympiade“ (Leitung: Gerborg Meister, Elena Rech), „Fairer Handel“ (Leitung: Elke Varnskühler) und „Unsere globale Verantwortung“ (Leitung: Martina Michaelis).Wie die Präsentation am Freitagvormittag belegte, war in allen Gruppen trotz der für September ungewöhnlich hohen Temperaturen sehr konzentriert und fleißig gearbeitet worden. Nicht wenige Tänzerinnen und Tänzer der Gruppe „Tanzen verbindet Menschen“ boten ein schon professionelles Können, und die Songs der in nur drei Tagen zu einem Ensemble zusammengewachsenen Sänger und Instrumentalisten der Musikgruppe überzeugten das Publikum durch Rhythmik und Stimmgewalt. Etwas ganz besonders Pfiffiges hatten sich die Mitglieder der Theatergruppe ausgedacht. Sie karikierten gestisch und mimisch die in der Europäischen Union untereinander grassierenden nationalen Vorurteile. Sie unterstrichen diese geschickt, indem sie, gekleidet wie etwa ein „typischer“ Deutscher, Franzose oder Brite, auf der Bühne agierten. Die Gruppe „Fairer Handel“ verwies in ihrem Vortrag darauf, was dieses Schlagwort, das mittlerweile in (fast) aller Munde ist, wirklich bedeutet und wo fair gehandelte Produkte wie Kaffee, Tee und Schokolade in unserer näheren Umgebung gekauft werden können. Die großen finanziellen und sozialen Kosten der Olympiade in Rio beschäftigte dagegen die fünfte Gruppe, die in ihrer Präsentation z.B. die Errichtung kostspieliger Bauten und die zwangsweise Umsiedlung von Tausenden von Favelabewohnern in Rio de Janeiro kritisierte. Und nicht vergessen werden soll die Gruppe „Unsere soziale Verantwortung“, die sich mit der globalen Umweltzerstörung beschäftigte und am Freitag ihre Vorschläge zur Verhinderung dem Publikum präsentierte. Gegen Schluss der Veranstaltung bedankte sich Schulleiter Thorsten Bahlmann bei allen Beteiligten und lobte die überzeugende Präsentation der Ergebnisse der Gruppenarbeit. Drei ereignisreiche Tage außerhalb des normalen schulischen Trotts gingen dann zu Ende und jeder konnte auf seine Art die tropischen Temperaturen des Wochenendes genießen.  

Bernd Lobgesang

Comenius-Kolleg richtet bundesweite Konferenz aus (Sep. 2016)

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Zum 43. Mal trafen sich die Leiterinnen und Leiter der kirchlichen Abendgymnasien und Kollegs Deutschlands zu ihrer jährlichen Konferenz. Gastgeber war dieses Mal das Comenius-Kolleg in Mettingen.

Das Leitungsteam Susanne Böttcher und Thorsten Bahlmann konnten Kolleginnen und Kollegen aus dem ganzen Bundesgebiet begrüßen.

Obwohl sich das Wetter und damit auch Mettingen von seiner besten Seite zeigte, wurde intensiv gearbeitet.

Tagungsschwerpunkt war die Frage, was das besondere Wesen dieser christlichen Schulen für Erwachsene ausmacht. Wie gelingt es, christlichen Geist, Werte und die spirituelle Orientierung in den schulischen Alltag zu integrieren. Es wurde in den Arbeitsgruppen und Diskussionen deutlich, dass es verschiedene Ansätze gibt, um die Trägerorientierung, sei es des Bistums, einer Ordensgemeinschaft oder des Kolping-Bildungswerks in der eigenen Schule lebendig zu halten.

Der Geist der Ökumene dieser Veranstaltung wird darin deutlich, dass selbstverständlich auch das Laubach-Kolleg der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau bei dieser Konferenz vertreten ist.

So wurde neugierig über den schulischen Tellerrand geschaut, was die anderen Kollegs und Abendgymnasium an geistlicher Orientierung anbieten.

Am Donnerstag nahmen die Gäste zusammen mit der Schulgemeinschaft des Comenius-Kollegs an einer Agape-Feier statt, die regelmäßiger Bestandteil des Kolleglebens ist und von Lehrenden und Studierenden vorbereitet wird.

Thema war dieses Mal „Es ist genug für alle da“. In Spielszenen wurde dargestellt, dass Menschen unter der Ungleichverteilung von Nahrungsgütern leiden und Teilen notwendig ist. In Gebeten und Liedern (u.a. von einer Studienkollegiatin aus Ghana in der Sprache Zulu vorgetragen und vom internationalen Chor begleitet) wurde ein festlicher Rahmen geschaffen. Da Agape Liebesmahl bedeutet, hatten alle etwas Nahrhaftes mitgebracht, das anschließend gemeinsam verspeist wurde.

Als besonders vorbildhaft wurde dabei die Aktion *Solidarität mit den Menschen in Aleppo* wahrgenommen. Jeder konnte eine Flasche Mineralwasser kaufen und damit die Arbeit der Franziskaner im syrischen Aleppo unterstützen. Dort versorgen die Franziskaner Menschen mit Trinkwasser aus ihrem Brunnen, die sonst ohne Wasser blieben.

Der Kreis der Leiterinnen und Leiter hat durch einen einstimmigen Beschluss dafür gesorgt, dass diese Aktion in ihren Schulen besonders unterstützt wird.

Im Rahmenprogramm zeigten sich die Gäste aus ganz Deutschland von der Draiflessen Collection und dem Schulmuseum beeindruckt und freuten sich, dass heute das Schulleben anders ist als zu Kaisers Zeiten.

Text und Foto: Susanne Böttcher und Thorsten Bahlmann

„Alle Wege führen nach Rom“

                                              Image1                                                Exkursion des 4. Semesters (29.08. - 02.09.2016)

In der Nacht von Sonntag auf Montag machten wir uns, eine Gruppe von elf Studierenden aus dem 4. Semester und unser Geschichtslehrer Franjo Röhr, auf den Weg nach Rom.
Müde aber auch voller Neugierde starteten wir direkt in den Tag mit einer spannenden Wanderung durch das Forum Romanum, wo wir eines der ersten Referate hörten, die wir alle zu einem bestimmten Bauwerk oder einer Sehenswürdigkeit vorbereitet hatten.

Von Tag zu Tag stieg unser „WOW-Faktor“ durch die atemberaubenden Bauten und riesigen, pompösen Kirchen immer mehr und kein Weg war uns zu weit um diese schöne Stadt zu erkunden.
Ein Highlight unserer Fahrt war das Kolosseum. Mit offenen Mündern standen wir überwältigt vor dem riesigen Bauwerk.

Einige Sätze die in den fünf Tagen öfters fielen waren z.B. „Wow, ist das schön“, „Es ist so warm“ und „Schon wieder `ne Kirche“.
Was während unserer Touren nie fehlen durfte waren Blasenpflaster und Wasserflaschen, welche wir aber auch zwischendurch immer an einem der über 2500 Trinkwasserbrunnen auffüllen konnten.

Unsere Abende ließen wir in dem Restaurant unseres Vertrauens ausklingen. In toller Atmosphäre, mit freundlichen Kellnern genossen wir köstliches Essen, leckeren Wein oder ein kühles Bier. Unseren vorletzten Nachmittag verbrachten wir am Meer, was wir uns nach unseren Tagestouren auch wahrhaftig verdient hatten.

Als Abschied krönten wir unsere Fahrt mit einem Besuch am Trevi-Brunnen.
Eine alte Legende besagt, dass wenn man eine Münze mit der rechten Hand über die linke Schulter in den Brunnen wirft, man auf jeden Fall ein zweites Mal nach Rom zurückkehren wird. Also taten wir dies natürlich.

Und wie das Sprichwort heißt, alle Wege führen nach Rom und ich hoffe auch eurer irgendwann einmal. Es lohnt sich!

Nele Tenambergen (4. Semester)

Florenz ist (immer) eine Reise wert (Sep. 2016)

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Vom 30. August bis zum 3. September war ich mit einer Gruppe von 11 Kollegiatinnen und Kolle-giaten in Florenz unterwegs. Ursprünglich sollte es eigentlich nach Portugal gehen, da eine Fahrt für den Grundkurs Portugiesisch geplant war, aber leider waren die Kosten für diese Exkursion zu hoch. Also schlug ich Florenz vor.

Warum gerade Florenz? Wer sich auch nur ein bisschen für Kunst und Kultur interessiert, sollte we-nigstens einmal in seinem Leben diese herrliche Stadt besuchen. Bei dem das nicht der Fall ist, bie-ten sich ohne Zweifel andere und lohnenswertere Ziele an. Nun denn: An keinem anderen Ort der Welt als in Florenz finden sich in dieser Fülle so viele Kunstgegenstände auf engstem Raum. Zu verdanken ist das auch der letzten Vertreterin der Herrscherfamilie der Medici, die ihren ganzen un-ermesslichen und unverschämten Reichtum der Stadt unter der Bedingungen vermachte, das nichts von diesem Erbe verkauft werden dürfe. Die Stadt nahm das Angebot an und sicherte sich damit ei-nen bleibenden Platz in der Reihe der Kunsthauptstädte der Welt.

Während der drei Tage, die uns zur Verfügung standen, konnten wir natürlich nur einen Bruchteil von dem Glanz der Medici sehen, aber allein schon der Gang durch die Stadt mit ihren hohen Ge-bäuden vom Spätmittelalter bis zur jüngsten Neuzeit (sie gehen auf Zerstörungen während des Zweiten Weltkrieges zurück) ist für Kulturfreunde ein Genuss. Und weiter: Wir besuchten die be-rühmte Gemäldegalerie im Palazzo Pitti auf der südlichen Seite des Arno (das ist der Fluss, der durch die Stadt fließt), betrachteten uns die 5,17 m hohe Originalstatue des David von Michelangelo in der Galeria dell' Accademia, bestaunten, wenn auch leider nur von außen, den Dom - immerhin die viertgrößte Kirche der Welt - und die berühmte Bronzetür der Taufkapelle, eine der weltweit wertvollsten Arbeiten dieser Art. Natürlich handelt es sich bei dieser Tür um eine Kopie, denn heut-zutage ist ja nichts mehr sicher vor Diebstahl und Graffitischmierereien. In den Dom und in die Taufkapelle kamen wir leider nicht, da die Warteschlangen einfach zu lang waren. Sozusagen als Ersatz dafür statteten wir der nicht minder interessanten Franziskanerkirche Santa Croce einen Be-such ab. Berühmt ist sie vor allem wegen ihrer Grabmäler für berühmte Italiener wie den Astrono-men Galilei, den Philosophen Machiavelli, den Komponisten Rossini und das Multitalent Michel-angelo. Auch dem berühmten Dichter Dante, der aus Florenz stammt und zu den Gründungsväter der italienischen Literatur und Sprache zählt, wurde fünfhundert Jahre nach seinem Tod ein Denk-mal in Santa Croce errichtet.

Den ersten Nachmittag nutzten wir zudem dazu, eine kleine Busfahrt auf der Panoramastraße in die Nachbarstadt Fiesole zu unternehmen. Von dort aus kann man einen schönen Blick auf ganz Florenz werfen, nicht nur auf die Innenstadt, sondern auch auf die weitaus weniger schönen Vorortviertel. Dort in Fiesole, das auf einem Berggrat des Appeningebirges liegt, besuchten wir auch das kleine, idyllisch gelegene Franziskanerkloster San Francesco und die etruskisch-römische Ausgrabungs-stätte von Faesulae, der antiken Vorgängerin Fiesoles. In ihrem gut erhaltenen Theater konnten wir uns von der hervorragenden Akustik dieses fast 2000 Jahre alten Gebäudes überzeugen: Jedes Wort, das unten in dem Orchestra genannten Spielbereich gesprochen wird, kann auch noch in den obers-ten Sitzreihen gut verstehen. Ein Besuch in dem nur wenige Meter entfernten und allein schon durch seine Ausmaße beeindruckenden Dom San Romulo schloss diese gelungene Stippvisite nach Fiesole ab.

Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle all den Florentinern, die mit sehr viel Geduld die tagtäg-lichen Heerscharen von Touristen ertragen und auch uns gegenüber immer freundlich waren. Wir genossen die kulinarischen Spezialitäten einiger Restaurants, wie z.B. von „Da Dino“, und prüften auch mit Erfolg die Qualität der verschiedenen Sorten des Chiantiweines. Die zum Anbaugebiet des Chianti gehörenden Weinberge beginnen direkt südlich vor den Stadttoren von Florenz und belie-fern so manche Trattoria, wo wir recht preiswert aßen und tranken. Wir blieben von Nepp, Betrug und Diebstählen verschont und traten nach drei ereignisreichen Tagen frohgemut die Heimreise an.

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Bernd Lobgesang

Logo des Comenius-Kollegs

Das Logo des Comenius-Kollegs besteht aus drei Elementen.


Die stilisierte Weltkugel steht für den Dialog mit anderen Kulturen und Religion.

Das Blatt weist auf den Unterrichtsschwerpunkt Ökologie hin.

Der griechische Buchstabe "Tau" ist das Zeichen der franziskanischen Bewegung.