Florenz ist (immer) eine Reise wert (Sep. 2016)

Vom 30. August bis zum 3. September war ich mit einer Gruppe von 11 Kollegiatinnen und Kolle-giaten in Florenz unterwegs. Ursprünglich sollte es eigentlich nach Portugal gehen, da eine Fahrt für den Grundkurs Portugiesisch geplant war, aber leider waren die Kosten für diese Exkursion zu hoch. Also schlug ich Florenz vor.

Warum gerade Florenz? Wer sich auch nur ein bisschen für Kunst und Kultur interessiert, sollte we-nigstens einmal in seinem Leben diese herrliche Stadt besuchen. Bei dem das nicht der Fall ist, bie-ten sich ohne Zweifel andere und lohnenswertere Ziele an. Nun denn: An keinem anderen Ort der Welt als in Florenz finden sich in dieser Fülle so viele Kunstgegenstände auf engstem Raum. Zu verdanken ist das auch der letzten Vertreterin der Herrscherfamilie der Medici, die ihren ganzen un-ermesslichen und unverschämten Reichtum der Stadt unter der Bedingungen vermachte, das nichts von diesem Erbe verkauft werden dürfe. Die Stadt nahm das Angebot an und sicherte sich damit ei-nen bleibenden Platz in der Reihe der Kunsthauptstädte der Welt.

Während der drei Tage, die uns zur Verfügung standen, konnten wir natürlich nur einen Bruchteil von dem Glanz der Medici sehen, aber allein schon der Gang durch die Stadt mit ihren hohen Ge-bäuden vom Spätmittelalter bis zur jüngsten Neuzeit (sie gehen auf Zerstörungen während des Zweiten Weltkrieges zurück) ist für Kulturfreunde ein Genuss. Und weiter: Wir besuchten die be-rühmte Gemäldegalerie im Palazzo Pitti auf der südlichen Seite des Arno (das ist der Fluss, der durch die Stadt fließt), betrachteten uns die 5,17 m hohe Originalstatue des David von Michelangelo in der Galeria dell' Accademia, bestaunten, wenn auch leider nur von außen, den Dom - immerhin die viertgrößte Kirche der Welt - und die berühmte Bronzetür der Taufkapelle, eine der weltweit wertvollsten Arbeiten dieser Art. Natürlich handelt es sich bei dieser Tür um eine Kopie, denn heut-zutage ist ja nichts mehr sicher vor Diebstahl und Graffitischmierereien. In den Dom und in die Taufkapelle kamen wir leider nicht, da die Warteschlangen einfach zu lang waren. Sozusagen als Ersatz dafür statteten wir der nicht minder interessanten Franziskanerkirche Santa Croce einen Be-such ab. Berühmt ist sie vor allem wegen ihrer Grabmäler für berühmte Italiener wie den Astrono-men Galilei, den Philosophen Machiavelli, den Komponisten Rossini und das Multitalent Michel-angelo. Auch dem berühmten Dichter Dante, der aus Florenz stammt und zu den Gründungsväter der italienischen Literatur und Sprache zählt, wurde fünfhundert Jahre nach seinem Tod ein Denk-mal in Santa Croce errichtet.

Den ersten Nachmittag nutzten wir zudem dazu, eine kleine Busfahrt auf der Panoramastraße in die Nachbarstadt Fiesole zu unternehmen. Von dort aus kann man einen schönen Blick auf ganz Florenz werfen, nicht nur auf die Innenstadt, sondern auch auf die weitaus weniger schönen Vorortviertel. Dort in Fiesole, das auf einem Berggrat des Appeningebirges liegt, besuchten wir auch das kleine, idyllisch gelegene Franziskanerkloster San Francesco und die etruskisch-römische Ausgrabungs-stätte von Faesulae, der antiken Vorgängerin Fiesoles. In ihrem gut erhaltenen Theater konnten wir uns von der hervorragenden Akustik dieses fast 2000 Jahre alten Gebäudes überzeugen: Jedes Wort, das unten in dem Orchestra genannten Spielbereich gesprochen wird, kann auch noch in den obers-ten Sitzreihen gut verstehen. Ein Besuch in dem nur wenige Meter entfernten und allein schon durch seine Ausmaße beeindruckenden Dom San Romulo schloss diese gelungene Stippvisite nach Fiesole ab.

Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle all den Florentinern, die mit sehr viel Geduld die tagtäg-lichen Heerscharen von Touristen ertragen und auch uns gegenüber immer freundlich waren. Wir genossen die kulinarischen Spezialitäten einiger Restaurants, wie z.B. von „Da Dino“, und prüften auch mit Erfolg die Qualität der verschiedenen Sorten des Chiantiweines. Die zum Anbaugebiet des Chianti gehörenden Weinberge beginnen direkt südlich vor den Stadttoren von Florenz und belie-fern so manche Trattoria, wo wir recht preiswert aßen und tranken. Wir blieben von Nepp, Betrug und Diebstählen verschont und traten nach drei ereignisreichen Tagen frohgemut die Heimreise an.

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Bernd Lobgesang

Amsterdam - mehr als Tulpen, Gouda und Windmühlen (Sep. 2016)

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Zehn Studierende des 5. Semesters machten sich Ende August in Begleitung von Reinhild Veerkamp und Stefanie Schwaninger auf den Weg nach Amsterdam. Bereits während der Zugfahrt konnten viele Einblicke in die niederländische Landschaft gewonnen werden. Angekommen in Amsterdam, hieß es dann zunächst, die Zimmer zu beziehen, und das nicht in einem Hostel oder Hotel, sondern auf einem Boot – standesgemäß zu der am Fluss Ij gelegenen Stadt mit dem anmündenden Ijsselmeer.

Als erster Programmpunkt stand der Besuch der Ausstellung Micropia als Teil des Artis Zoos an. Hier konnten Einblicke in die Welt der Mikroorganismen genommen werden. Von diversen mikroskopischen Analysen, über Filmmaterial und sensomotorischem Erleben hin zu einem Überblick über die gesamte Stadt Amsterdams. Dies konnte man nämlich hoch auf dem Turm „Amsterdamm lookout“ beim Sonnenuntergang erleben.

Der nächste Tag begann auf einer entspannten Grachten- und Busrundfahrt durch Amsterdam mit zahlreichen Informationen zur Geschichte und wichtigen Anlaufpunkten Amsterdams.

Zur Vertiefung und zum Erfahren der Geschichte der Niederlande unter nationalsozialistischer Besetzung darf ein Besuch des Anne Frank-Museums natürlich nicht fehlen.

Am Mittwoch hieß es dann wieder in den Zug zu steigen und nach Overveen zum Nationalpark zu fahren. Nach einer 5-Kilometer-Wanderung durch Wald, Dünen und am Badesee entlang, war dann das Ziel Strand erreicht. Schließlich musste man sich ja für den genauso langen Rückweg erholen.

Am Abend stand dann noch eine Führung durch das Rotlichtviertel Amsterdams an, eines der ältesten der Stadt.

Der nächste Morgen begann mit einem Besuch des Amsterdamer Hafens (nach Rotterdam der zweitgrößte der Niederlande), um die Entwicklung der Stadt zu vertiefen. Die heutige Nutzung vieler alter Hafengebäude als moderne Büro- oder Wohngebäude konnte vom anderen Ufer, zu dem kostenlose Fähren über das Wasser gleiten, optimal beobachtet werden.

Am Nachmittag erfolgte ein so genannter geführter „Ganja-Rundgang“, der einen Einblick in die Amsterdamer Coffee-Shop-Szene bieten sollte. Auch hier wurden viele neue Informationen über die Geschichte der Stadt vermittelt.

Am letzten Tag stand vor der Abreise zurück nach Osnabrück ein Besuch des Dungeon an, der inszenierender Weise einen Einblick in die dunkle Zeit des Mittelalters gegeben hat. Hier wurden Szenen aus der Vergangenheit dargestellt, unter anderem eine Hexenverurteilung samt Verbrennung oder auch die Folter mit den verschiedensten Werkzeugen.

Das Fazit der Woche lautet: viel Sonne, viel Spaß, viel gelernt.

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Text und Fotos: Stefanie Schwaninger


Lehrerfortbildung in Essen - Kohlen muss man waschen! (Sep. 2016)

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Diese Erkenntnis ist eine von den vielen interessanten Neuigkeiten, die die Lehrer anlässlich eines Ausflugs in die ehemalige Bergbaustadt Essen erhielten. Auf dem Programm standen die „Zeche Zollverein“ und das „Museum Folkwang“.

Zunächst führte uns ein geborener Gelsenkirchener durch die einst weltweit größte und modernste Zechenanlage. Wir besichtigten die Kohlenwaschanlage (hier wird die Kohle vom Abraum getrennt) und den Förderturm. Immer wenn es eine Gelegenheit gab, die Schalke-Arena zu sehen, wurden wir auf diesen „wunderbaren Anblick“ hingewiesen. Als man von ganz oben eine gute Aussicht bei klarer Luft über das gesamte Ruhrgebiet hatte, zeigte man uns die einzelnen Städte und die großen Bauwerke, die von dort aus zu sehen sind. Nur beim Anblick des Fernsehturmes von Dortmund stockte dem Führer der Atem und es machten sich leichte allergische Reaktionen bemerkbar. Gleiches galt bei der Kombination von Gelb und Schwarz. Das Wort „Borussia“ ging gar nicht. Es war nicht zu überhören, dass der Führer Schalke-Anhänger war. Er nannte den Verein allerdings „Schalleke“. Ansonsten war er aber gut zu verstehen.

Nach einer Mittagspause ging es dann weiter ins Folkwang-Museum mit seiner einzigartigen Ausstellung, die man übrigens konstenlos besuchen kann. Ein weiterer Grund mal reinzuschauen, wenn man mal in der Nähe ist. Danach fuhren wir wieder zurück nach Mettingen. Die Schule hatte uns wieder. Zwei wirklich hoch interessante Programmpunkte bei traumhaftem Wetter und vielen lachenden Gesichtern. Was will man mehr.

Text: Klaus Menkhaus

Comenius-Kolleg richtet bundesweite Konferenz aus (Sep. 2016)

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Zum 43. Mal trafen sich die Leiterinnen und Leiter der kirchlichen Abendgymnasien und Kollegs Deutschlands zu ihrer jährlichen Konferenz. Gastgeber war dieses Mal das Comenius-Kolleg in Mettingen.

Das Leitungsteam Susanne Böttcher und Thorsten Bahlmann konnten Kolleginnen und Kollegen aus dem ganzen Bundesgebiet begrüßen.

Obwohl sich das Wetter und damit auch Mettingen von seiner besten Seite zeigte, wurde intensiv gearbeitet.

Tagungsschwerpunkt war die Frage, was das besondere Wesen dieser christlichen Schulen für Erwachsene ausmacht. Wie gelingt es, christlichen Geist, Werte und die spirituelle Orientierung in den schulischen Alltag zu integrieren. Es wurde in den Arbeitsgruppen und Diskussionen deutlich, dass es verschiedene Ansätze gibt, um die Trägerorientierung, sei es des Bistums, einer Ordensgemeinschaft oder des Kolping-Bildungswerks in der eigenen Schule lebendig zu halten.

Der Geist der Ökumene dieser Veranstaltung wird darin deutlich, dass selbstverständlich auch das Laubach-Kolleg der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau bei dieser Konferenz vertreten ist.

So wurde neugierig über den schulischen Tellerrand geschaut, was die anderen Kollegs und Abendgymnasium an geistlicher Orientierung anbieten.

Am Donnerstag nahmen die Gäste zusammen mit der Schulgemeinschaft des Comenius-Kollegs an einer Agape-Feier statt, die regelmäßiger Bestandteil des Kolleglebens ist und von Lehrenden und Studierenden vorbereitet wird.

Thema war dieses Mal „Es ist genug für alle da“. In Spielszenen wurde dargestellt, dass Menschen unter der Ungleichverteilung von Nahrungsgütern leiden und Teilen notwendig ist. In Gebeten und Liedern (u.a. von einer Studienkollegiatin aus Ghana in der Sprache Zulu vorgetragen und vom internationalen Chor begleitet) wurde ein festlicher Rahmen geschaffen. Da Agape Liebesmahl bedeutet, hatten alle etwas Nahrhaftes mitgebracht, das anschließend gemeinsam verspeist wurde.

Als besonders vorbildhaft wurde dabei die Aktion *Solidarität mit den Menschen in Aleppo* wahrgenommen. Jeder konnte eine Flasche Mineralwasser kaufen und damit die Arbeit der Franziskaner im syrischen Aleppo unterstützen. Dort versorgen die Franziskaner Menschen mit Trinkwasser aus ihrem Brunnen, die sonst ohne Wasser blieben.

Der Kreis der Leiterinnen und Leiter hat durch einen einstimmigen Beschluss dafür gesorgt, dass diese Aktion in ihren Schulen besonders unterstützt wird.

Im Rahmenprogramm zeigten sich die Gäste aus ganz Deutschland von der Draiflessen Collection und dem Schulmuseum beeindruckt und freuten sich, dass heute das Schulleben anders ist als zu Kaisers Zeiten.

Text und Foto: Susanne Böttcher und Thorsten Bahlmann

Wieder einmal dem *Täter auf der Spur* (Sep. 2016)

 Dem Täter auf der Spur 2016

Bei der letzten Exkursion des 6. Semesters vor den Abiturprüfungen ging es am 31.8.16 zur Universität nach Osnabrück, in den Fachbereich Biologie, zum Schülerlabor explain-OS.

Nachdem auch die letzten Teilnehmer endlich mit den üblichen Verspätungen (Gebäude nicht gefunden, noch etwas essen müssen) eingetrudelt waren, konnte Dr. Stefan Walter aus der Abteilung ‚Angewandte Genetik der Mikroorganismen’ mit seinen Einführungen beginnen.

Da sich die Studierenden kurz vor der Reifeprüfung befinden und in ihrer Kollegzeit schon viel Wissen angehäuft haben, konnten sie auf die Fragen von Dr. Walter umfassend und richtig antworten – manchmal jedenfalls.

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Wir begaben uns inhaltlich auf die Spur nach dem Täter eines Gewaltverbrechens. Dazu wiederholte Dr. Walter mit uns zunächst die grundlegenden Kenntnisse über die DNA. Schließlich stand die Frage im Vordergrund, wie es gelingt, einen bestimmten DNA-Abschnitt zu erhalten und diesen zu vervielfältigen.

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Jeweils in Zweiergruppen pipettierten die Studierenden jeweils nach Vorgabe geringe Mengen der notwendigen Materialien (DNA-Template, Nucleotide, hitzestabile Polymerase) in Eppendorf-Gefäße. Diese wurden dann in einen Thermozykler gegeben, der dann mittels PCR (Polymerase-chain-reaction) große Mengen, also Millionen an DNA-Strängen produzierte.

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Aus flüssiger Agarose gossen wir das Gel für die Gelelektrophorese und gaben jeweils gruppenweise Proben (von *Opfer* und *Tatverdächtigen*) in die Geltaschen.

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Da sich die DNA jedes Menschen in spezifisch sich wiederholenden Abschnitten der nicht-codierenden DNA unterscheidet, was erheblichen Einfluss auf die Länge des DNA-Stranges hat, konnten wir später das Ergebnis angefärbt unter UV-Licht beobachten. Dabei gilt, dass lange Stränge nur relativ kurze Strecken durch das Gel zurücklegen und kurze Stränge längere Wanderungswege haben.

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Letztendlich erläuterte Dr. Walter noch, in welchen Bereichen diese gentechnischen Werkzeuge Anwendung finden, seien es Forensik, Vaterschaftsnachweise oder die Diagnose von Erbdefekten. Auch zeigte sich hier die moralisch-ethische Dimension der Arbeit eines Molekularbiologen auf.

Obwohl wir mehrere Stunden im Labor beschäftigt waren, kam keine Müdigkeit auf und alle waren hochkonzentriert bei der Sache.

Das ist vor allem auch der temperamentvollen und humorvollen Art von Dr. Walter zuzuschreiben. Danke dafür!

Text und Fotos: Susanne Böttcher

„Alle Wege führen nach Rom“

                                              Image1                                                Exkursion des 4. Semesters (29.08. - 02.09.2016)

In der Nacht von Sonntag auf Montag machten wir uns, eine Gruppe von elf Studierenden aus dem 4. Semester und unser Geschichtslehrer Franjo Röhr, auf den Weg nach Rom.
Müde aber auch voller Neugierde starteten wir direkt in den Tag mit einer spannenden Wanderung durch das Forum Romanum, wo wir eines der ersten Referate hörten, die wir alle zu einem bestimmten Bauwerk oder einer Sehenswürdigkeit vorbereitet hatten.

Von Tag zu Tag stieg unser „WOW-Faktor“ durch die atemberaubenden Bauten und riesigen, pompösen Kirchen immer mehr und kein Weg war uns zu weit um diese schöne Stadt zu erkunden.
Ein Highlight unserer Fahrt war das Kolosseum. Mit offenen Mündern standen wir überwältigt vor dem riesigen Bauwerk.

Einige Sätze die in den fünf Tagen öfters fielen waren z.B. „Wow, ist das schön“, „Es ist so warm“ und „Schon wieder `ne Kirche“.
Was während unserer Touren nie fehlen durfte waren Blasenpflaster und Wasserflaschen, welche wir aber auch zwischendurch immer an einem der über 2500 Trinkwasserbrunnen auffüllen konnten.

Unsere Abende ließen wir in dem Restaurant unseres Vertrauens ausklingen. In toller Atmosphäre, mit freundlichen Kellnern genossen wir köstliches Essen, leckeren Wein oder ein kühles Bier. Unseren vorletzten Nachmittag verbrachten wir am Meer, was wir uns nach unseren Tagestouren auch wahrhaftig verdient hatten.

Als Abschied krönten wir unsere Fahrt mit einem Besuch am Trevi-Brunnen.
Eine alte Legende besagt, dass wenn man eine Münze mit der rechten Hand über die linke Schulter in den Brunnen wirft, man auf jeden Fall ein zweites Mal nach Rom zurückkehren wird. Also taten wir dies natürlich.

Und wie das Sprichwort heißt, alle Wege führen nach Rom und ich hoffe auch eurer irgendwann einmal. Es lohnt sich!

Nele Tenambergen (4. Semester)

Neuaufnahme August 2016

Neuaufnahme Aug 2016

Am 24.08.2016 konnten mehr als 130 neue Studierende aus der ganzen Welt am Comenius Kolleg begrüßt werden.

Alle freuen sich über die Neuankömmlinge und wünschen Ihnen viel Erfolg.

Logo des Comenius-Kollegs

Das Logo des Comenius-Kollegs besteht aus drei Elementen.


Die stilisierte Weltkugel steht für den Dialog mit anderen Kulturen und Religion.

Das Blatt weist auf den Unterrichtsschwerpunkt Ökologie hin.

Der griechische Buchstabe "Tau" ist das Zeichen der franziskanischen Bewegung.

Exkursion zu den Gemüsegärtnern in Kalkriese (Juli 2016)

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Bericht in der Neuen Osnabrücker Zeitung

Bericht einer Besucherin:

Leidenschaftlich, bunt, Froh...
33 Jahre Bio

Ein schöner, sonniger Morgen hat unsere große Studentengruppe am 4. Juli begrüßt. Wir, das sind die beiden M-Kurse vom Studienkolleg des Comenius Kollegs in Mettingen, aber unsere heutige Geschichte findet nicht am Kolleg statt!

41 Gesichter haben sich voller Bewunderung am Bus getroffen, den unsere Deutschlehrerin, Karin Thomas, gemietet hatte. Sie hatte die Exkursion organisiert. „Guck mal! Fünf Sterne hat der Bus!“ wurde öfter gehört. Schnell sind wir eingestiegen, weil „der frühe Vogel den Wurm fängt.“

Um 9 Uhr fuhren wir schon durch die grüne Landschaft, mit selbstgebackenem Kuchen als Menü für unterwegs direkt zu dem Abenteuer. Der Busfahrer, Herr Hoestein schenkte uns eine sichere und gemütliche Fahrt, obwohl das typische „Und wie lange dauert es?“ nicht gefehlt hat. Nach einer halben Stunde erreichten wir unser Ziel: den Bio-Betrieb „Gemüsegärtner aus Kalkriese“. Hier empfing uns Burkhard Preckel, einer der Chefs. Nach seinem Studium der Landwirtschaft hat er mit drei anderen Mitstreitern den Betrieb vor 33 Jahren gegründet, zu einer Zeit als hier in Deutschland kaum jemand wusste, was Bio eigentlich bedeutet. Er hat uns engagiert und fachkundig drei Stunden den Betrieb gezeigt.

Herr. Preckel zeigte zuerst die Gewächshäuser, wo es voll bis zum Dach mit Gemüse war. Er hat uns jede Menge Details erklärt, vom Samen bis zur Pflanze, wie die Bio-Produktion abläuft. In diesem Jahr ist das Haus dicht mit Gurken, Tomaten und vielfältigen Kräutern bestückt.
Um den Boden gut zu erhalten, werden die Ernten jedes Jahr getauscht.

In einem Gewächshaus finden stets umfangreiche Kreisläufe statt: von dem Wasser, das direkt unter der Erde [die mit kontrollierter Gründüngung bereichert wird] bis zur Beleuchtung von oben, damit manche Pflanzen im Winter mehr Licht erhalten. Alles wird regelmäßig - auch mithilfe von Computern – kontrolliert. Eine kleine Pflanze fängt in einen Kistchen an und wächst mit großer Pflege auf einem bewässerten Tisch. Danach, wenn sie stark genug gewachsen ist, kommt sie erst in die Sonne raus.

Auf in die Gärtnerei! Mit Hilfe von unserem Busfahrer haben wir die enge Straßen überquert und sind auf den Freilandfeldern der Gemüsegärtner gelandet. Mit sehr viel Sonne vom Himmel (Ich komme zwar aus Venezuela, kann aber dennoch die Sonne nicht so gut vertragen), haben wir gehört wie die Zwiebeln, Schnittlauch, Möhren, Salate und sogar die Blumen gepflegt werden. Wir haben viel von der Bodenbeschaffenheit , über biologische Schutz - und Pflegemaßnahmen erfahren. Mit sehr viel Leidenschaft und Einsatz wird hier gearbeitet: eine bestimmte Distanz zwischen den Pflanzen wird eingehalten, Netze auf die Möhren gegen Fliegen gelegt, Unkraut abgeflammt und die Ernte direkt von Hand durchgeführt, etc.

Was von den Pflanzen nicht gebraucht wird, bleibt im Boden als Hauptbestandteil der Gründüngung. Die Pflanzen ernähren sich von den Resten und von biologischem Mistkompost. .

Unter einem mächtigen Sonnensegel befinden sich die Kühlräume und die Packstation für die Gemüsekisten. Das Sortiment der Kisten kann wöchentlich individuell online oder telefonisch bestellt werden und werden in einem Umkreis von 70 Kilometern ins Haus geliefert. Ab einem Bestellwert von 25€ ist die Lieferung kostenfrei. Ansonsten findet man die Gemüsegärtner vier Mal in der Woche auf Osnabrücker Wochenmärkten. Alle Mitarbeiter geben sich große Mühe, das konnte man merken.

Zum Schluss konnten wir die leckeren Produkte des Betriebes probieren. Ein großer Tisch war für uns dekoriert und Brot, Käse, Obst und Säfte konnten von uns verzehrt werden. Viele sagten:“Oh,wie lecker ist das!“

Mit vollen Bauch hatten wir auch die Möglichkeit, kompliziertere Fragen zu stellen, über Produktionsfaktoren, Massentierhaltung, Kontrollen, andere Firmen, Gentechnik und vieles mehr. Natürlich wurde Burkhard auch gefragt, wie viel er verdiene.Mit einem Lächeln antwortete er:: „Als Bioanbauer wird man nicht reich, er ist zufrieden und glücklich.“
Wichtig für ihm war es auch zu erläutern, dass trotz der Schwierigkeiten des Bio-Anbaus, dort unsere Zukunft liege, „denn Bio ist die einzige Alternative, die gut zu unseren Klimaschutzidealen passt“.

Nach drei intensiven Stunden mussten wir uns verabschieden, um mit unserem neuen Wissen nach Mettingen zurückzukehren.

Die Frage ließ nicht mehr: Bio oder nicht Bio? Wenn jeder Mensch die Möglichkeit hätte, so einen Ausflug zu machen, wären die Antworten klar.

Die richtige Entscheidung liegt dann an uns allen.

Maria Daniela Arias Castro