Neuaufnahme August 2016

Neuaufnahme Aug 2016

Am 24.08.2016 konnten mehr als 130 neue Studierende aus der ganzen Welt am Comenius Kolleg begrüßt werden.

Alle freuen sich über die Neuankömmlinge und wünschen Ihnen viel Erfolg.

Exkursion zu den Gemüsegärtnern in Kalkriese (Juli 2016)

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Bericht in der Neuen Osnabrücker Zeitung

Bericht einer Besucherin:

Leidenschaftlich, bunt, Froh...
33 Jahre Bio

Ein schöner, sonniger Morgen hat unsere große Studentengruppe am 4. Juli begrüßt. Wir, das sind die beiden M-Kurse vom Studienkolleg des Comenius Kollegs in Mettingen, aber unsere heutige Geschichte findet nicht am Kolleg statt!

41 Gesichter haben sich voller Bewunderung am Bus getroffen, den unsere Deutschlehrerin, Karin Thomas, gemietet hatte. Sie hatte die Exkursion organisiert. „Guck mal! Fünf Sterne hat der Bus!“ wurde öfter gehört. Schnell sind wir eingestiegen, weil „der frühe Vogel den Wurm fängt.“

Um 9 Uhr fuhren wir schon durch die grüne Landschaft, mit selbstgebackenem Kuchen als Menü für unterwegs direkt zu dem Abenteuer. Der Busfahrer, Herr Hoestein schenkte uns eine sichere und gemütliche Fahrt, obwohl das typische „Und wie lange dauert es?“ nicht gefehlt hat. Nach einer halben Stunde erreichten wir unser Ziel: den Bio-Betrieb „Gemüsegärtner aus Kalkriese“. Hier empfing uns Burkhard Preckel, einer der Chefs. Nach seinem Studium der Landwirtschaft hat er mit drei anderen Mitstreitern den Betrieb vor 33 Jahren gegründet, zu einer Zeit als hier in Deutschland kaum jemand wusste, was Bio eigentlich bedeutet. Er hat uns engagiert und fachkundig drei Stunden den Betrieb gezeigt.

Herr. Preckel zeigte zuerst die Gewächshäuser, wo es voll bis zum Dach mit Gemüse war. Er hat uns jede Menge Details erklärt, vom Samen bis zur Pflanze, wie die Bio-Produktion abläuft. In diesem Jahr ist das Haus dicht mit Gurken, Tomaten und vielfältigen Kräutern bestückt.
Um den Boden gut zu erhalten, werden die Ernten jedes Jahr getauscht.

In einem Gewächshaus finden stets umfangreiche Kreisläufe statt: von dem Wasser, das direkt unter der Erde [die mit kontrollierter Gründüngung bereichert wird] bis zur Beleuchtung von oben, damit manche Pflanzen im Winter mehr Licht erhalten. Alles wird regelmäßig - auch mithilfe von Computern – kontrolliert. Eine kleine Pflanze fängt in einen Kistchen an und wächst mit großer Pflege auf einem bewässerten Tisch. Danach, wenn sie stark genug gewachsen ist, kommt sie erst in die Sonne raus.

Auf in die Gärtnerei! Mit Hilfe von unserem Busfahrer haben wir die enge Straßen überquert und sind auf den Freilandfeldern der Gemüsegärtner gelandet. Mit sehr viel Sonne vom Himmel (Ich komme zwar aus Venezuela, kann aber dennoch die Sonne nicht so gut vertragen), haben wir gehört wie die Zwiebeln, Schnittlauch, Möhren, Salate und sogar die Blumen gepflegt werden. Wir haben viel von der Bodenbeschaffenheit , über biologische Schutz - und Pflegemaßnahmen erfahren. Mit sehr viel Leidenschaft und Einsatz wird hier gearbeitet: eine bestimmte Distanz zwischen den Pflanzen wird eingehalten, Netze auf die Möhren gegen Fliegen gelegt, Unkraut abgeflammt und die Ernte direkt von Hand durchgeführt, etc.

Was von den Pflanzen nicht gebraucht wird, bleibt im Boden als Hauptbestandteil der Gründüngung. Die Pflanzen ernähren sich von den Resten und von biologischem Mistkompost. .

Unter einem mächtigen Sonnensegel befinden sich die Kühlräume und die Packstation für die Gemüsekisten. Das Sortiment der Kisten kann wöchentlich individuell online oder telefonisch bestellt werden und werden in einem Umkreis von 70 Kilometern ins Haus geliefert. Ab einem Bestellwert von 25€ ist die Lieferung kostenfrei. Ansonsten findet man die Gemüsegärtner vier Mal in der Woche auf Osnabrücker Wochenmärkten. Alle Mitarbeiter geben sich große Mühe, das konnte man merken.

Zum Schluss konnten wir die leckeren Produkte des Betriebes probieren. Ein großer Tisch war für uns dekoriert und Brot, Käse, Obst und Säfte konnten von uns verzehrt werden. Viele sagten:“Oh,wie lecker ist das!“

Mit vollen Bauch hatten wir auch die Möglichkeit, kompliziertere Fragen zu stellen, über Produktionsfaktoren, Massentierhaltung, Kontrollen, andere Firmen, Gentechnik und vieles mehr. Natürlich wurde Burkhard auch gefragt, wie viel er verdiene.Mit einem Lächeln antwortete er:: „Als Bioanbauer wird man nicht reich, er ist zufrieden und glücklich.“
Wichtig für ihm war es auch zu erläutern, dass trotz der Schwierigkeiten des Bio-Anbaus, dort unsere Zukunft liege, „denn Bio ist die einzige Alternative, die gut zu unseren Klimaschutzidealen passt“.

Nach drei intensiven Stunden mussten wir uns verabschieden, um mit unserem neuen Wissen nach Mettingen zurückzukehren.

Die Frage ließ nicht mehr: Bio oder nicht Bio? Wenn jeder Mensch die Möglichkeit hätte, so einen Ausflug zu machen, wären die Antworten klar.

Die richtige Entscheidung liegt dann an uns allen.

Maria Daniela Arias Castro

Richtfest für das neue Dach des Studienheims (Juni 2016)

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Nachdem Heinrich Wrocklage den Richtspruch mit der Bitte um Gottes Segen für das Haus gesprochen hatte, wurde die Fertigstellung des Rohdaches mit einem Lied gepriesen. Pater Donatus sprach den Segen für das neue Dach, auf dass es gute Dienste für eine lange Zeit leisten wird. Zum Abschluss wurde dem Geburtstagskind, Pater Donatus noch ein kräftiges Ständchen gesungen.

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Vom Geist der Franziskaner geprägt - Abschluss Juli 2016

128 Absolventen des Mettinger Comenius-Kollegs erhielten jetzt ihre Zeugnisse. Besonders freute sich der Kollegleiter Thorsten Bahlmann über die stattliche Zahl an Absolventen. Denn zusammen mit den Abiturienten erhielten auch die Prüflinge des Studienkollegs ihre Zertifikate. Das teilt das Kolleg in einer Presse-Information mit.

 

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Bei einer kleinen Feier, die wie immer von der international besetzten Musik- und Chor-AG unter der Leitung von Reinhild Veerkamp begleitet wurde, bedankte sich die Semestersprecherin Nadja-Yasmin Ernsting in einer sehr persönlich gehaltenen Rede bei allen Mitarbeitenden am Kolleg für die Unterstützung in den vergangenen drei Jahren. Besonders betonte sie, dass das Schulleben spürbar vom franziskanischen Geist geprägt sei. Sie sparte allerdings auch nicht an Kritik und verwies darauf, dass das Abitursemester unter unvermeidbaren Lehrerwechseln etwas gelitten habe, was aber der Leistung keinen Abbruch tat.

Für die Studienkollegiaten bedankte sich Andrea Cifuentes aus Kolumbien für das gute Lernklima. In ihrer Ansprache verglich sie das Kolleg mit dem Zusammenleben in einer Familie und gab der Hoffnung Ausdruck, dass die international geknüpften Kontakte auch in der Zukunft Bestand haben.

Thorsten Bahlmann wies in seiner Rede auf einen Grundpfeiler des Kolleglebens hin: den Dialog unter den Kulturen und Religionen. Nur so könne es gelingen, dass junge Menschen aus 45 Nationen friedvoll und harmonisch miteinander lernen können. Auch im 44. Jahr seines Bestehens zeige sich das Comenius-Kolleg als eine feste Größe in der Mettinger Schullandschaft. Bahlmann freute sich auch über die große Zahl an sehr guten Abschlüssen, darunter Zeugnisse mit dem Notendurchschnitt 1,0.

 

Die Namen der Absolventen:
Ihre Zeugnisse erhielten: Thomas Bertram, David Blanke, Stefan Brands, Nadja-Yasmin Ernsting, Fabian Frese, Laura Funk, Julia Geyer, Aline Greiwe, Angelina Hanecke, Daniel Heyer, Bleranda Idrizi, David Juchem, Amely Kamper, Jamila Katkay, Melanie Klepatz, Nils Krabbe, Thorsten Krieger, Jan Josef Lücke, Björn Mengershausen, Lawinia Pott, Angela Ramljak-Teepe, Michael Richter, Adelina Rommel, Albert Schneidmiller, Bela Schöning, Konstantin Trojanov, Tom Verlemann, Marvin Verbarg, Tina von den Benken, Florian Wallner, Jonathan Witte, Magnus Wochnowski, Cassandra Zankl, Relana Brinkmann, Hendrik Egbers, Christoph Ilenseer, Frauke Köhne, Josia Menken, Jenny Nieland, Richard Riley, Kristoffer Spieß, Matthis Töpker, Christian Wiechert, Ali Abbasi, Husam Faroq Mohammed Abdullah, Dilgesh Abed, Awab Mohammed Aboluhom, Philip Awinda Akinyi, Wafaa Al Borom, Abdulkareem Al-Ali, Victor Andres Alarcon Rizzo, Mohammad Alasmar, Juanita Arango Vallejo, Abed Asaad, Ghita Baidi, Ardrianna Balcazar Sacchettoni, Ilham Belfqih, Guilherme Bonn de Hollanda, Sajan Budhathoki, Evert Andrés Buzón Badillo, Lluvia Cabrera Herrera, Josselyne Ginger Cabrera Honores, Giovanna Andrea Cifuentes Vanegas, Ana Gabriela Contreras Durand, Gustav Costa Zimpel, Camilo Cruz Moreno, Vinicius Dalpiccol, Claudia Dalilah De Oliveira Asbun, Dayane De Paula Gomes, Charity Christlieb Desach Kertawiguna, Youssouf El Hallaissi, Shadi Ezoji, Farah Mae Generalis-Klute, Leonardo Gomes Boaventura Costa, Carlos Gonzales del Rey, Sanju Gurung, Zakaria Hammadi Lamrani, Hedin Jesus Heckmann Linares, Paula Alejandra Hernández Lozada, Salma Idrissi, Siba Jarkas, Basel Jarkas, Mazen Kadi Bahri, Tamari Kakashvili, Deniz Köyünç, Anastasiya Kurylchyk, Glen Lalo, Mónica López, Samia Maouhoub, Mehrnegar Masoudian, Wilson Mendieta Jimenez, Andrés Felipe Mendoza Varela, Apinrix Menoha, Natália Miranda Brasil, Anas Miri, Juan Manuel Montes Santa, Daniel Morais de Araujo Pinheiro, Mohamad Moustafa, Reza Niazi, Liara Oliveira Sousa, Joan-Niklas Palicio Wichmann, Jorge Luis Pedrazas Berkhan, Mauricio Peredo Valdés, Marina Perli Schwarz, Daniela Alexandra Pernia Diaz, Alejandro Alberto Pichon Dávila, Bibiana Poveda Varga, Davood Rahbaralam, Clara Sophia Rendón Schatanek, Carlos Felipe Reyes Kempff, Ebrahim Rezai, Maria ose Rodriguez Zarama, Laura Sánchez Medina, Luis Ricardo Sandoval Melgarejo, Paulet Michelle Scacco Revelo, Malek Shaban, Elnaz Shademrouz, Angelica Simmonds, Mohamed Sinouh, Nelson Javier Suarez Pacheco, Ana Gabriela Tello artinez, Alejandra Torres Silva, Artsem Trush, Ricardo Valdez Sánchez, David Fernando Verastegui Stiglich, Ximena del Pilar Vivar Cornejo, Roujeen Yosef, Imane Zarhbouch.

Diverse Exkursionen am Ende des Semesters (Juli 2016)

 

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Die Erdkunde-Kurse des 3. und 4. Semesters machten sich in den letzten zwei Wochen zu einigen Exkursionen auf den Weg. Zunächst besuchten der Grund- und Leistungskurs des 4. Semesters den Piesberg in Osnabrück, um sich einen Überblick über den Wandel dieses ehemaligen Gesteinsabbaugebietes zu einem Ort der erneuerbaren Energien in Form eines Windparks zu verschaffen. Jahrzehntelang wurde das Gebiet am Piesberg vom Gesteinsabbau und der Mülldeponie geprägt und war für die Öffentlichkeit in großen Teilen nicht zugänglich. Im gigantischen „hohlen Zahn" des Piesbergs haben sich trotz oder gerade wegen der Steinbruchtätigkeit wertvolle Lebensgemeinschaften der Tier- und Pflanzenwelt angesiedelt. Jetzt – nach der Schließung der Deponie im Jahr 2005 und dem schrittweisen Rückzug des Gesteinsabbaus bis 2030 – öffnet sich vor den Toren der Stadt Osnabrück ein rund 400 Hektar großes Areal mit einem wahren Schatz an Möglichkeiten. Im Vordergrund steht die Gestaltung eines Kultur- und Landschaftsparks, der Natur, Industriekultur und Geologie des Piesbergs verbindet. Parallel werden Angebote zur Freizeit- und Kulturgestaltung ausgebaut und mit den bestehenden Einrichtungen verknüpft. Langfristig entsteht so ein hoch attraktiver Natur-, Kultur- und Freizeitstandort mit überregionaler Ausstrahlungskraft.

Für den Erdkunde-Leistungskurs des 3. Semesters hieß es, der Geflügelproduktion in großem Ausmaß auf den Grund zu gehen. Hierzu besuchten die Studierenden den Betrieb Emsland Landgeflügel in Haren (Ems), der den größten in ganz Europa mit über 400.000 Schlachtungen pro Tag darstellt. Zunächst erfolgte ein Vortrag in gemütlicher Runde über dieses Unternehmen durch die Mitarbeiterin Janine Baalmann. Hierbei wurden die zahlreichen Fragen der Studierenden offen und ausführlich beantwortet. Unter Einhaltung strenger hygienischer Vorschriften erfolgte dann eine Führung durch die Geflügelfleischproduktion. Von dem Eintreffen der Hühner per LKW, dem Transport auf einem Fließband durch die CO2-Kammern, die die Hühner betäuben, dem Töten der Hühner durch einen Kehlschnitt, dem Rupfen der Federn, dem Herausnehmen der Innereien und dem Zerteilen der Hühner in diverse Stücke konnten alle Stationen genau besichtigt werden.

Beide Leistungskurse kamen dann noch in den Genuss, den kleinen Neuland-Betrieb unserer Bio-und Erdkunde-Lehrerin Marion Finkmann zu besichtigen. Hier wurden die Studierende über diverse Bedingungen und Auflagen, die so ein Betrieb erfüllen muss, informiert und konnten sich die Haltung der Tiere in natura ansehen. Neben der Schweineproduktion für den Verkauf, zeigte Marion ihren vielfältigen Tierbestand und ihre Ackerflächen zur Futtermittelproduktion. Aber auch andere Mitbewohner sollen nicht unerwähnt bleiben, wie zum Beispiel Rinder, Enten, Gänse, Pferde, Bienen, Kaninchen und ein Esel.


Text und Bilder: Stefanie Schwaninger

Was können wir tun? UNESCO-Projekttag am Comenius-Kolleg (April 2016)

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„Peeling besser selbst machen“, „Leinentaschen verwenden“, „Den Kaffee in der Bäckerei in einen eigenen Becher umfüllen lassen“ – das sind einige der Vorschläge von Studierenden des Comenius-Kollegs, die sich mit „Tödlichem Plastikmüll im Meer“ auseinandergesetzt haben. Dabei hatten sie nicht nur Informationen zu Müllinseln im Atlantik und den Giften, die sich damit verbinden, erhalten, sondern auch z.B. Peelings auf Mikroplastikteile untersucht und Biokunststoffe hergestellt. Allerdings erkannten sie, dass auch diese nicht unproblematisch sind, etwa weil das notwendige Ackerland auch für den Anbau von Nahrungsmitteln genutzt werden könnte.

„Schau hin! Misch dich ein!“ So lautete das Motto des diesjährigen internationalen Projekttages der UNESCO-Projektschulen. Diese Veranstaltung ist aus einer Solidaritätsaktion am 26. April 1996 - 10 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl - hervorgegangen. Der diesjährige Projekttag fand genau an diesem Datum statt. Auch das Comenius-Kolleg, seit 2009 anerkannte UNESCO-Projektschule, beteiligte sich an dieser Aktion.

Lehrerinnen und Lehrer des Kollegs, aber auch Studierende hatten dazu Arbeitsgruppen mit ganz unterschiedlichen Themen angeboten. Eines war die zunehmende Bedrohung durch den Plastikmüll, ein anderes das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA. Nach einem Austausch der Teilnehmer, der zwischen „Jeder hat ja die Freiheit, welche Ware er kaufen will, ob ein Chlor- oder ein Biohähnchen!“ und dem Hinweis „Die manipulierten Abgaswerte von VW sind ja in den USA und nicht in Europa aufgeflogen!“ pendelte, wurde genauer über die aktuelle Verhandlungssituation, soweit sie denn bekannt ist, informiert. Stefan Maguhun, Mitarbeiter bei Attac, war dazu ein kompetenter Referent und Gesprächspartner.

Genauso wie hier stand in der Arbeitsgruppe zu „IS – Fanatiker in Schwarz“ der Erwerb eines differenzierteren Bildes der Thematik im Vordergrund. Die von Studierenden des Kollegs geleitete Arbeitsgruppe vermittelte Informationen zur Entstehung, zu den Anführern und zum Verhältnis zu den USA und sollte dazu beitragen, dass der IS als extremistische und militärische Bewegung wahrgenommen wird, nicht als Zusammenschluss wahnsinniger Gotteskrieger.

Weitere Gruppen beschäftigten sich mit der These, dass Deutschland schon immer ein Einwanderungsland gewesen ist, oder versuchten zu zeigen, dass Türkisch mehr ist als Schimpfwörter und Döner. Ganz anders ging eine Gruppe vor, die eine (Franziskaner)-Kutte aus Jeansstoff, aus abgelegten Jeans, herstellen wollte - und noch will, denn sie muss bzw. will noch „nachsitzen“, weil sie nicht fertiggeworden ist. Das Ergebnis soll später im Foyer des Kollegs ausgestellt werden und als Symbol für die Aktualität der franziskanischen Ausrichtung dienen, mit ihrer Bescheidenheit, ihrem Umweltbewusstsein. Andere Angebote zur kreativen Auseinandersetzung mit dem Motto – Erstellung eines Videos, Musik, Theater – ergänzten die vielfältigen Möglichkeiten.

Den Abschluss fand dieser Tag mit einem gemeinsamen Mittagessen, einer Mischung aus Gerichten verschiedener Länder, die von Studierenden vorbereitet worden waren. So gab es z.B. ein typisch venezuelanisches und kolumbianisches Gericht, Arepas, eine Art Teigfladen auf der Basis von Maismehl, die mit einer Füllung aus Avocado, Käse und Hähnchen angeboten wurden. Aber auch ein Apfelstreuselkuchen durfte nicht fehlen. Und wo ist der Zusammenhang mit dem Motto des Projekttages? Infokarten informierten über die Gerichte und sollten zum „Einmischen“ motivieren. Und so vermischten sich nicht nur die Gerichte auf den Tellern, sondern auch die Menschen aus ganz unterschiedlichen Herkunftsländern und lernten sich in neuer Weise kennen und hoffentlich schätzen.

Text: Gunther Biesewig

Kulturnacht Fest der Kulturen (Juni 2016)

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Ohne Bewegung ging es nicht bei der diesjährigen Kulturnacht am letzten Samstag in Mettingen auf dem Schultenhof. Nicht für die Gäste und auch nicht für die auftretenden Tanz-Gruppen.

Neben den Tanzformationen der KTS unter der Leitung von Ruth Klaschka liessen auch die verschiedenen Interpreten des Comenius Kollegs unter der Leitung von Petra Köstler und Reinhild Veerkamp bei ihrem Auftritt nichts und niemanden unbewegt. Mit Salsa, Mexikanischer Polka (Quebradita), Latin-Pop, Gesang und Tanz brachte das Ensemble beim Publikum Schwung in die Hüften und ein Lächeln ins Gesicht. Die Freude am Auftritt war allen Beteiligten deutlich anzusehen, dies machte die Performance so mitreißend.

Der internationale Klang der Namen der Beteiligten macht deutlich, das der Titel der Veranstaltung ‚Kulturnacht’ zwei Auslegungen zuließ: Radouane, Marokko; Abraham, Mexiko; Malek, Libyen; Jonathan; Lehrke, Brasilien; Antonio, Venezuela; Rodrigo, Bolivien; Ana Gabriela, Panama; Paulet Michelle, Ecuador; Dena, Iran; Sahsa, Kolumbien; Ximena, Peru; Rahul, Indien; Camilo, Kolumbien; Abed, Syrien; Alejandra, Kolumbien; Sarah-Ann, Deutschland; Edith, Kongo; Daniel, Deutschland; Kimberly, Ghana; Ifunanya J., Nigeria; Roland, Philippinen

Das Comenius Kolleg ertüchtigt seine Schüler besonders aus Brasilien und Südamerika, aber auch aus anderen Ländern innerhalb eines Jahres dazu eine deutsche Hochschule zu besuchen. Ausserdem bietet das Kolleg Erwachsenen die Möglichkeit das Abitur nachzuholen. Das Kolleg ist eine UNESCO-Projektschule und steht damit im besonderen Maße fürdie Einhaltung der Menschenrechte, für kulturelle Bildung und Umweltbildung und den gerechten Ausgleich zwischen Arm und Reich. Internationale Verständigung und interkulturelles Lernen sind ein zentraler Bestandteil bei der Erreichung der Hochschulreife am Kolleg. Dies bildet ein gutes Fundament für das Leben in der global ausgerichteten Hochschul- und Berufswelt. Das Kolleg ist eine große Bereicherung für Mettingen in kultureller und schulischer Hinsicht. Durch den mitreißenden Auftritt hat es dies am Samstag auf besonders anregende Weise in das Bewusstsein der Mettinger gebracht.

Auch der Aufbau für die verschiedenen Aufführungsorte geschah im Zeichen der kulturellen Vielfalt. Der Förderverein Schultenhof hatte durch den Kontakt zum Arbeitskreis Asyl viele starke Freunde aus den Reihen der Asylanten die gerne mit geholfen haben. Die Auftretenden bei Pantomime und Zauberer waren ebenfalls international aufgestellt.

Die grosse Vielfalt der Kulturnacht in kultureller und multikultureller Hinsicht verdankt der Förderverein allen Darstellern, Interpreten und Aktiven die etwas auf die Bühne und auf die Beine gestellt haben, ebenso wie den vielen Zuschauern, die mit Ihrem Beitrag das Kulturprogramm für Alle auf dem Schultenhof unterstützt haben. Dafür bedankt sich der Förderverein an dieser Stelle von Herzen.

 

Text: Ute Schwermann-Temmen, stellv. Vorsitzende Förderverein Mettinger Schultenhof e.V.

 

Bunte Vielfalt (Februar 2016)

Die Eine-Welt-Tage zeigen sich von ihrer besten Seite

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Bei den Eine-Welt-Tagen, die dieses Mal vom 17. bis zum 19. Februar stattfanden und sowohl im Kolleg als auch im Schultenhof angesiedelt waren, gab es ein Novum: Pater Osmar leitete als Vertreter des Schulträgers die Veranstaltung mit einem Vortrag über Franziskus und sein Wirken für die Armen dieser Welt ein. Er unterstrich damit, dass der Ruf dieses mittelalterlichen Reformers nach mehr Gerechtigkeit auch heute noch brennend aktuell ist. Danach hielt ich den obligatorischen Vortrag über Brasilien, seine Geschichte, Kultur(en) und Gegenwart. In der sich daran anschließenden Diskussion war man sich rasch einig, dass in Brasilien – und auch anderswo – mehr gegen die Korruption getan werden muss, damit bessere Lebensverhältnisse für die Bevölkerung durchgesetzt werden können.

Und schon ging es in die Arbeitsgruppen. Sechs standen zur Auswahl: „Aufnahme und Integration von Flüchtlingen in Deutschland“ (Marion Finkmann, Silke Osterhues), „Tanzen verbindet Menschen“ (Petra Köstler), „Musik aus aller Welt – Musik für die Welt“ (Reinhild Veerkamp), „Auswirkungen des Tabakanbaus auf Mensch und Natur“ (Stefanie Schwaninger), „Die globale Umweltsituation und das Pariser Klimaabkommen“ (Elena Rech) und „Fairer Handel“ (Elke Varnskühler).

In allen Arbeitsgruppen, die immerhin über 100 Teilnehmer aufnehmen mussten, wurde fleißig und konzentriert gearbeitet. Interessant zu beobachten war die Vielfalt der Arbeitsmethoden, die dabei zur Anwendung kamen. Während in einigen Gruppen mit Hilfe des Internets Informationen beschafft und dann für die Präsentation kreativ umgesetzt wurden, schossen sich andere Gruppen völlig auf körperliche und musische Tätigkeiten ein. Die Gruppe „Flüchtlinge“ hatte schon im Vorfeld Kontakt mit dem Mettinger „Arbeitskreis Asyl“ aufgenommen und lernte nun vor Ort die vielfältigen Aktivitäten dieser rührigen Initiative von Privatleuten kennen, während etwa die Gruppe „Fairer Handel“ die Produktion und die Vertriebswege von Kakao, Kaffee und anderen tropischen Produkten studierte. Die Musikgruppe übte verschiedene Songs wie „We are the World“ ein und überzeugte bei der die „Eine-Welt-Tage“ abschließenden Präsentation der Ergebnisse unter anderem durch ein Instrumentalstück aus dem Film „Schindlers Liste“, das die Kolumbianerin Andrea auf ihrer Geige in berührender Weise vortrug.

Überhaupt die Präsentation: Sie wird offensichtlich immer professioneller. Ganz egal, ob es sich um die Musikbeiträge, das Puppenspiel der Flüchtlingsgruppe, die Powerpoint-Darbietungen oder die Tanzeinlagen, die diesmal Hiphop, Breakdance und Lateinamerikanisches umfassten, handelt: Alles war von großer Qualität. Die Tanzgruppe lieferte eine derart exzellente Show ab, dass sie eingeladen wurde, auf dem kommenden Mettinger Gemeindefest einen halbstündigen Programmpunkt mit den verschiedensten Tänzen zu gestalten. Wenn das kein Kompliment ist.

Bernd Lobgesang

Eine-Welt-Koordinator