Ibbenbüren Lokal Global Brasilien (Juli 2007)

 

Ibbenbüren Lokal Global Brasilien

Programm


Freitag, 20. Juli 2007, 10:00 Uhr/11:30 Uhr, Oberer Markt
Tanzauftritt der Gruppe GAN Anita Garibaldi
Bei der Tanzgruppe GAN Anita Garibaldi handelt es sich um ein Ensemble, das dem Hilfszentrum für Familientreffen und Forschung (CAPEF) in der Region Rio Grande do Sul angehört. Die Gruppe ist Gast der 10. Internationalen Begegnungswoche der KAB Volkstanzgruppe Laggenbeck. Beide Gruppen verbindet eine langjährige Freundschaft. Die CAPEF wurde 1995 gegründet und hat heute 50 Mitglieder, die gemeinsam kulturelle Interessen verfolgen. Dazu zählen u. a. die Ahnen- und Geschichtsforschung, die Pflege von Literatur, Kunst und Kultur und die Unterstützung von Aktivitäten von Jugendlichen.


Sonntag, 5. August 2007, 18:00 Uhr, Kirche St. Michael
www.weltkirche-weltweit.de
Jugend-Gottesdienst zum Thema „Brasilien“. Die musikalische Gestaltung übernimmt eine brasilianische Musikgruppe.
Im Anschluss wird ein gemeinsamer Grillabend abgeboten.


Donnerstag, 16. August 2007, 18:00 Uhr, Rathaus-Foyer
Eröffnung der Ausstellungen 
„Solarkocher statt Brennholz – eine wirksame Maßnahme gegen Entwaldung und Verwüstung in der Dritten Welt“,
„Ökologische Garnelen – eine umweltschonende Alternative für Brasiliens Kleinfischer?“ und
„Kinder und Jugendliche in Brasilien – ein Leben ohne Zukunft?“
Die drei Ausstellungen haben auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun. Faktisch machen sie jedoch Probleme offenbar, die insbesondere die ärmeren Bevölkerungsgruppen treffen. So stellt die Nutzung der Sonnenenergie vor allem in den von Entwaldung und Umweltzerstörung betroffenen ländlichen Regionen eine Alternative zur Nutzung der konventionellen Energien dar. - Die Ausstellung „Ökologische Garnelen“ geht auf globale Entwicklungen bei der Garnelenzucht, die Zerstörung der Mangrovenwälder und deren Auswirkungen auf die Lebenssituation der Fischer ein. Garnelenzucht ist längst zu einem boomenden Wirtschaftszweig weltweit geworden, der kaum Rücksicht auf Natur und Menschen nimmt. Die Ausstellung macht deutlich, dass es umweltschonende Alternativen gibt. - Die sozialen Probleme, die mit dem aktuellen brasilianischen Wirtschaftsboom einhergehen, werden insbesondere an der Situation der Kinder und Jugendlichen deutlich. Vielfach müssen sie durch ihre Arbeit zum Lebensunterhalt der Familien beitragen. Die Regierung des jetzigen Präsidenten Lula führte eine familiäre Unterstützung ein, die das Problem ein wenig mildert. 

Die Ausstellungen werden vom Institut für Brasilienkunde, Mettingen, zur Verfügung gestellt. Eine Einführung geben Gerborg Meister, Mettingen, und Gäste aus Brasilien. Die Ausstellung ist bis zum 7. September während der Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen. Der Eintritt ist frei.



Freitag, 17. August 2007, vormittags, Oberer Markt
Projekte sozialer Kooperation von Ibbenbürener Kirchengemeinden in Brasilien
Verschiedene Ibbenbürener Kirchengemeinden informieren auf dem Wochenmarkt über die Kooperationsprojekte, die sie bereits seit vielen Jahren gemeinsam mit brasilianischen Partnern unterhalten. Dabei werden auch landwirtschaftliche und folkloristische Produkte aus den jeweiligen Regionen zum Kauf angeboten. Mit einem Informationsangebot ist auch das Institut für Brasilienkunde des Comenius-Kollegs Mettingen vertreten.


Freitag, 17. August 2007, 20:00 Uhr, Buchladen Frank, Am Alten Posthof 19
Nur die Edelsteine kommen aus Brasilien
Lesung mit Adriana Nunes-Hänel
31 Brasilianer, die heute in Deutschland leben, erzählen in dem Buch „Nur die Edelsteine kommen aus Brasilien“ von Adriana Nunes-Hänel aus ihrem Leben: Fußballer, Tänzer, Schriftsteller, Musiker, Putzfrauen, Architekten oder Geschäftsleute. Sie haben ihre Heimat aus ganz unterschiedlichen Gründen verlassen – um dem Hunger zu entfliehen oder um das Land ihrer Großväter kennenzulernen, weil sie vom Militär verfolgt wurden oder der Liebe wegen. Manche erzählen poetisch von ihren Erfahrungen, andere analysieren kühl ihre Situation. Toleranz und Ablehnung, Verluste und Eroberungen haben sie erfahren und nicht allen ist es gelungen, ihre Träume zu verwirklichen. Die Geschichten bringen dem Leser und Zuhörer das Lebensgefühl der Brasilianer näher, exotisch oder angepasst, aber immer authentisch.
Der Eintritt zu der Lesung ist frei.

Samstag, 18.August 2007, 17:00 Uhr, St. Ludwig
Gottesdienst mit brasilianischen Gästen
Zu Gast sind vier Brasilianer, die sich in sozialen Projekten des Bundesstaates Piaui und in dessen Landeshauptstadt Teresina engagieren. Hier sind sie auch Ansprechpartner für die Ibbenbürener Kirchengemeinden im Hinblick auf deren Brasilien-Arbeit.


Samstag, 18. August 2007, 19:00 Uhr, Rathausvorplatz
Brasilianische Nacht
Im Rahmen der „Brasilianischen Nacht“ gastiert die Banda Brasil Corcovado (Auftritt gegen 20:30 Uhr). Die Banda Brasil Corcovado gilt als eine der besten brasilianischen Bands in Deutschland. Der Name der Band nimmt Bezug auf den Berg Corcovado, die Region, aus der ein Teil der Bandmitglieder stammt. Nach einer jahrelangen erfolgreichen Tätigkeit in Brasilien wechselte die Banda nach Europa. Mittlerweile sind die Musiker in Köln ansässig. Zum Konzert gibt es Caipirinha und brasilianisches Essen. Die Besucher der Veranstaltung haben Gelegenheit, die Brasilien-Ausstellungen im Foyer des Rathauses zu besuchen.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der „Kulturnacht des Kreises Steinfurt“ statt.


Montag, 20. August 2007, 20:00 Uhr, Alter Kindergarten St. Ludwig, Groner Allee 54
Frauen leben Frauenleben
Ein Vortrag von Gerborg Meister
Das Leben brasilianischer Frauen gestaltet sich sehr unterschiedlich. Je nach Klasse, Region, Beruf oder Bildung. Der Vortrag ist parteiisch und bezieht sich primär auf die Lebenssituation von Frauen aus den ärmeren Schichten, die die Mehrheit der brasilianischen Frauen darstellen. Frauen sind diejenigen, die sich in der Kirche und in den sozialen Bewegungen für Veränderungen einsetzen. Am Beispiel von Frauen aus dem Nordosten und dem Norden Brasiliens wird aufgezeigt, wie die Frauen mehr und mehr ihre eigene Geschichte in die Hand nehmen.

Gerborg Meister, Studium der Wirtschaftswissenschaften, Sozialwissenschaften und Psychologie, Lehrerin am Comenius-Kolleg Mettingen, mehrere Aufenthalte in Brasilien, Veröffentlichungen in den „Brasilien Nachrichten“ (u. a. „Zwischen Staatshaushalt und Haushaltskasse“), Mitherausgeberin des Buches „Frauen in Brasilien“.


Montag, 20. August 2007/Dienstag 21. August 2007 jeweils vormittags, Bürgerhaus
Verde vida
10 Jugendliche aus dem Kinder- und Jugendförderprojekt „Verde vida“ („Grünes Leben“) in Crato, Bundesstaat Ceara/Nordost-Brasilien, stellen sich im Rahmen eines Besuches in Deutschland, organisiert vom Aktionskreis Pater Beda für Entwicklungsarbeit e. V., mit Auftritten im Bürgerhaus vor. Im Mittelpunkt dieser Präsentation steht das harte Leben der Landarbeiter im Dürregebiet Sertao. Mit den Mitteln der Musik, des Tanzes und des Theaters gehen die Jugendlichen der Frage nach, warum Kinder auf der Straße leben und schlafen müssen, warum sie gezwungen sind, schon in jungen Jahren zu arbeiten anstatt zur Schule zu gehen oder warum die Bauern auch auf fruchtbaren Äckern nur wenig verdienen. 

Die brasilianischen Gäste möchten die Gelegenheit nutzen, durch ihren Auftritt den deutschen Gastgebern Dank zu sagen für die vielen Zeichen der Verbundenheit mit den Menschen in Brasilien. Gleichzeitig soll der Auftritt Ermutigung für alle sein, sich für die „Eine Welt“ zu engagieren.

In Zusammenarbeit mit den Ibbenbürener Gymnasien und Realschulen.


Donnerstag, 23. August 2007, 20:00 Uhr,
„Spardose“ der Kreissparkasse Steinfurt, Bachstraße 14
Zwischen Feuerstein und Computer - die Situation der brasilianischen Indiandervölker
Ein Vortrag von Bernd Lobgesang
Noch vor etwa drei Jahrzehnten gingen nicht wenige Völkerkundler und Politiker Brasiliens davon aus, dass bis zum Jahr 2000 keine Indianer mehr im flächengrößten Land Lateinamerikas geben würde. Mit dieser Vorhersage haben sie sich gründlich geirrt. Die Zahl der Ureinwohner steigt und könnte demnächst die Grenze von einer Million überschreiten. Allerdings leben sie über ganz Brasilien verstreut und haben mächtige Gegner, wie z. B. viele Großgrundbesitzer und Minenunternehmer, die den indianischen Völkern ihr Land streitig machen. Zwischen Tradition und modernster Technologie müssen sich die ersten Amerikaner zurecht finden. Einerseits passen sie sich in vielem der sie umgebenden brasilianischen Massengesellschaft an, andererseits legen sie größten Wert auf die Wahrung ihrer eigenen Identität - ein ständiger und mitunter schwieriger Balanceakt.

Bernd Lobgesang ist Vorsitzender der Brasilienhilfe e. V., Lehrer am Comenius-Kolleg Mettingen, Mitarbeiter am „Institut für Brasilienkunde“, Beteiligung an verschiedenen Büchern und Ausstellungen zum Thema „Brasilien“, zahlreiche Aufenthalte in Brasilien und in anderen Ländern Lateinamerikas.



Montag, 3. September 2007, 17:00 Uhr,
Botanischer Garten Osnabrück, Albrechtstraße 29, 49076 Osnabrück
Der Regenwald
Vortrag und Begehung des Regenwaldhauses der Universität Osnabrück. Im Rahmen des pädagogischen Programms wird versucht, biologische Zusammenhänge lebendig zu vermitteln. Der Rundgang dauert etwa eine Stunde. 
Die Teilnehmerzahl ist beschränkt. Eintrittspreis 2,60 € Erwachsene, 1,50 € Schüler
Interessenten melden sich beim Fachdienst Kultur der Stadt Ibbenbüren, Oststraße 28, ( 931-888 an.


Freitag, 14. September 2007, 19:30 Uhr, Kepler-Gymnasium
Companhia Aplauso
Im Rahmen der „Kinderkulturkarawane 2007“, einem Projekt der „Unicef“, gastiert die brasilianische Gruppe „Companhia Aplauso“ in der Bundesrepublik. Gezeigt wird das Projekt „Amazonia“. Die „Companhia Aplauso“ stammt aus Rio de Janeiro. Sie ist in einem kulturellen Zentrum für junge Menschen zu Hause, das in den Lagerhallen im Hafen der Stadt entstanden ist und das auf eine Initiative der Kulturzeitschrift „Revista Aplauso“ zurückgeht. Diese hatte den Anstoß gegeben, den Jugendlichen aus den angrenzenden Favelas auf diesem Weg eine Ausbildung und Perspektive zu geben: 500 Jugendliche wurden über mehrere Monate von Schauspielern, Regisseuren, Musikern, Kostümbildnern, Bühnenbauern, Artisten und Tänzern trainiert und ausgebildet. Im Verlauf der Zeit wurden 50 Jugendliche gecastet, die „Companhia Aplauso“. Ein Teil des Ensembles ist nun auf Tournee und bringt die erste Produktion auf die Bühne.

Gezeigt wird das Stück „Amazonia“. Der Star ist der Amazonas. Die 14 Teilnehmer der „Companhia Aplauso“ bitten um die Erlaubnis, dem König der Wälder ihre Hochachtung entgegenbringen zu dürfen. In jeder Szene sprudeln die Emotionen der Wörter, der Tanzeinlagen, der Lieder, der Zirkusnummern, während die Geschichte vom alltäglichen Leben der Indios erzählt wird, der Vermischung der Völker, der Begegnung des Wassers, der Legenden, des Regens, der Vögel. Und auch von der harten Realität, von Verwüstung und Zerstörung. 


Ibbenbüren Lokal Global: Brasilien

„Ibbenbüren Lokal Global: Brasilien“ ist ein gemeinsames Projekt der Stadt Ibbenbüren (Fachdienste Kultur und Volkshochschule), des Instituts für Brasilienkunde und des Comenius Kollegs Mettingen, der Eine Welt-Gruppen/Lokale Agenda, der KAB Volkstanzgruppe Laggenbeck, des Arbeitskreises Teresina, des Aktionskreises Pater Beda für Entwicklungsarbeit e. V., des Goethe-Gymnasiums, des Johannes-Kepler-Gymnasiums, der Anne-Frank-Realschule, der Roncalli-Realschule, des Buchladens Frank, der Kinderhilfsorganisation Terre des Hommes, der Kirchengemeinde Heilig Kreuz.

Information: Fachdienst Kultur der Stadt Ibbenbüren, Oststr. 28, 49477 Ibbenbüren, Tel. 05451 931 750, e-mail: kultur@ibbenbueren.de