Bio-Praktikum an der Uni Osnabrück (September 2008)


12216464050 Biologiekurs mit Studierenden aus fünf Ländern


So ein Unterrichtsnachmittag von 14.15 Uhr bis 17.45 Uhr muss nicht zwangsläufig langwierig oder langweilig sein.
Das passiert vor allem dann nicht, wenn man an einem Laborpraktikum im Fachbereich Biologie/Chemie der Universität Osnabrück teilnimmt.
16 Studierende des Bio GK 4 M1, eine bunte Mischung aus 5 Ländern (Brasilien, Deutschland, Kenia, Mexiko und Nigeria), 


12216464061 Versuch


erlebte einen Nachmittag bei Dr. Stefan Walter von der Abteilung ‚Angewandte Genetik der Mikroorganismen’, der mit der DNA, ihrer Extrahierung 

12216464082 Befüllen der Kammern


den Restriktionsenzymen und der Gelelektrophorese vertraut machte.

12216464103 Ergebnis


Jeweils in Zweiergruppen wurde bakterielle DNA extrahiert, die DNA wurde mit Hilfe von Restriktionsenzymen an definierten Stellen geschnitten und die Abschnitte wurden schließlich mit Hilfe der Gelelektrophorese sichtbar gemacht.
Während die Restriktionsenzyme im Thermozykler ihre Arbeit taten, hörten die Studierenden von der DNA. Und das, was Dr. Walter vortrug, war wirklich interessant.
Die DNA-Doppelhelix des Menschen umfasst ca. 1m Länge bei 2 nm Breite (1nm entspricht 1 Millionstel Millimeter) – würde man sie allerdings auf 1 mm verbreitern, käme man auf eine Länge von ca. 500 km. Dieser 500 km lange Faden würde dann in einen Zellkernwürfel mit 2,5 m Kantenlänge passen.
Ein durchschnittlich langes Gen würde auf diesem langen Faden, der bis nach Stuttgart reichen würde, nur einer Länge von 34 cm entsprechen. Da die DNA hauptsächlich aus Bereichen besteht, die momentan wohl nicht der Codierung der Erbinformation dienen, würde der Abstand zwischen zwei Genen, die eine Information tragen, ca. 16 m betragen. Das bedeutet, nach 16 m DNA ohne Information kommen nur 34 cm wichtiges Genmaterial usw.
Allen hat der Nachmittag an der Uni gut gefallen und wir danken Herrn Dr. Walter für seine temperamentvolle und bildhafte Begleitung an diesem Nachmittag.
Text: Susanne Böttcher
Fotos: Marta Soares da Silva Gonçalves