Kläranlage erklärt. (Januar 2011)

Der Bio LK 4 hatte Klärungsbedarf 
Ein großer Aufwand ist nötig, um unser Abwasser zu reinigen – das erfuhren wir in der Kläranlage Mettingen. Herr König, der Abwassermeister, führte uns durch die Anlage.

Das ankommende Abwasser wird über Schnecken gefördert und in der ersten Reinigungsstufe mechanisch gereinigt.

In der Anlage zur „Phosphatelimination“ werden Bakterien in eine Stresssituation gebracht, indem ihnen der Sauerstoff entzogen wird. Vergleichbar mit dem „Jojo-Effekt“- erst abnehmen und anschließend doppelt und dreifach wieder zunehmen- geben Bakterien unter schlechten Lebensbedingungen phosphathaltige Stoffe ab und nehmen dann, sobald Sauerstoff vorhanden ist, vermehrt Phosphat auf. Phosphat muss aus dem Abwasser entfernt werden, da es als Pflanzennährstoff in Bach und Fluss zur Überdüngung führen würde.

Das so vorgereinigte Wasser fließt in die zweite Reinigungsstufe, in das „Belebungsbecken“. Mit Hilfe spezieller Bakterien werden hier Nitrat und Ammonium, beides Pflanzennährstoffe, aus dem Abwasser entfernt. 
Im Nachklärbecken wird das Wasser beruhigt, der Schlamm setzt sich ab. Der Vergleich der beiden Wasserproben zeigt den Erfolg.
Die Mettinger Kläranlage ist für 110 000 Einwohner ausgelegt, und das bei einer Einwohnerzahl von nur rund 12 000!
Grund für diese scheinbare Überkapazität sind die Abwasser von Coppenrath & Wiese. 
Die Flotationsanlage ist eine Anpassung an die Industrieabwässer der Konditorei. 
Das Prinzip der Flotation besteht darin, dass winzige Luftblasen im Wasser erzeugt werden und aufsteigen. An diese heften sich Schmutzpartikel an, die dann mit dem Schaum entfernt werden können. 
Alle Sedimente bzw. Feststoffe, die während der verschiedenen Reinigungsvorgänge anfallen, werden in den Faulturm befördert und verbleiben dort 25 Tage. Der Schlamm wird vergoren und es entsteht Methangas, das Grundlage für die Stromerzeugung ist. Bis zu 70% des Energiebedarfes der Anlage werden so gedeckt. 
In dieser neuen Zentrifuge wird der Schlamm entwässert und steht, je nach Belastung und Bedarf, entweder als Dünger zur Verfügung oder er wird im Steinkohlekraftwerk Ibbenbüren verbrannt. 
Das gereinigte Wasser wird im eigenen Labor regelmäßig auf bestimmte Schadstoffe hin untersucht und dann in die Mettinger Aa „entlassen“. 

Text: BioLK4
Fotos: Marion Finkmann