Agapefeier vor Weihnachten: \"Zugang frei und offen für alle!\" (Dezember 2011)
Ist der Weg zur Krippe versperrt?


Aus der beeindruckenden Agapefeier von Kolleg und Studienkolleg folgt hier der Meditsationstext von Jörg Oberbeckmann. Das Foto der Schilder, die zunächst die Krippe absperrtem, machte Anneliese Dieckmann-Nolting.
Agape in Mettingen am 15. 12. 2011

„Ich bin doch nicht blöd.“
Auf-brechen, aus-brechen, aufklären, 
klar stellen: 
Ich habe diesen Satz gehasst,
diese Art von Botschaft aus dieser Welt,
aus der Welt der Marketingstrategen und Marktschreier!
Ich bin doch nicht blöd - 
und lehne diesen Satz darum ab. 



Prüfen wir die Sätze, die wir hören,
die uns eingehen und einlullen,
fern ab jeder Sinnhaftigkeit.
Aufbrechen, ausbrechen, 
sich auf den Weg machen, 
Sehnsucht haben, 
Klarheit schaffen.
Fragen stellen. 

„Weihnachten wird unter dem Baum entschieden.“
Wirklich? – Stimmt das. 

Weihnachten wird in der Krippe entschieden!
Wirklich? Stimmt das?
Stimmt auf alle Fälle mehr als das Wort von der Entscheidung unter dem Baum.

Weihnachten wird am Kreuz entschieden.
Wirklich? Stimmt das. 
Ich glaube ja, ich stimme zu, 
es stimmt:
Weihnachten wird am Kreuz entschieden.
Die Krippe ist dafür die Voraussetzung. 

Ich möchte nicht ewig blöd bleiben und für blöd verkauft werden 
und behaupte deshalb: 
Weihnachten wird in der Schrift entschieden, 
in der heiligen Schrift. 

Wenn du die nicht öffnest und liest,
dann siehst du nur das Dunkel,
hörst die Geschichten, die Dunkles berichten: Mehr Tote in Syrien als bisher bekannt.
Hohe Dunkelziffer bei Kindesmissbrauch. 
Kanada steigt aus dem Kyoto aus. 

Und das habt zum Zeichen:
Sackgasse. Einbahnstraße. Vollsperrung.
Kein Zugang. 
Weg versperrt.
Du kommst nicht ran an das Licht, ans Helle, an die Krippe und das Kind. 

Aber du musst doch dran kommen – irgendwie, irgendwann, irgendwo. 
Aufbrechen.
Sich auf den Weg machen.
Lehrern und Lehrerinnen begegnen.
Schülerinnen du Schülern begegnen.
Einander vertrauen.
Sehnsucht haben – alle.
Das Kind finden – gemeinsam!
Dieses Kind und in ihm: 
alle verlorenen Kinder. 

Das Kind ist nicht irgendein Kind.
Das Kind ist kein Kind des Zufalls.
Das Kind ist Mariens Sohn, 
aber nicht Josephs Sohn.
Das Kind ist des ewgen Vaters Sohn.

Das Kind ist Mensch,
aber nicht nur Mensch.
Das Menschenkind wird leiden wie alle Menschen, aber es wird helfen und heilen. 
Sehnsucht haben. 

Das Kind wird sterben wie alle Kinder,
aber nicht nur sterben.
Sehnsucht haben. 
Das Kind wird die Welt verändern,
auch wenn sie scheinbar so bleibt,
wie sie ist,
wie wir sie kennen:
voller Dunkelheiten und Finsternisse.
Sehnsucht haben. 

Das Kind wird da hineingeboren:
in jede, in die tiefste und undurchdringlichste Finsternis, die die Welt und ein Leben umgreifen kann. 
Aber die Schrift kann helfen und 
über die Macht der Finsternis hinausführen:
„Das Volk, das im Finstern wandelt, 
sieht ein großes Licht!“ 
Es war ein Prophet im 8. Jahrhundert vor Christus, der das sah: 
dieses Licht von Gott her, 
das zunächst Israels Leben und Zukunft erleuchtet, obwohl Israel am Ende war – ausradiert aus dem Buch der Geschichte. 

150 Jahre später wird das kleine Juda ebenfalls platt gemacht – und ein Prophet im 6. Jahrhundert überliefert den alten Text: 
„Das Volk, das im finstern wandelt, 
sieht ein großes Licht, 
und über denen, die da wohnen im finsteren Lande, scheint es hell.“
Sehnsucht haben und behalten. Advent feiern. 

Als Jesus geboren ist und sein Leben und sein Sterben ausgebreitet vor den Menschen liegt, geht ihnen im Rückblick 
und im Rückgriff auf die Schrift ein Licht auf: 
Der Seher Jesaja hat etwas gesehen, 
was kein Mensch sonst gesehen hat:
„ein Sohn ist uns gegeben,
und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter!“ 

Ja, Herrschaftszeiten! Herrschaftswechsel. Ende des Schwachsinns, 
Ende der Sinnlosigkeiten, 
Ende der falschen Versprechungen, 
Ende von Kommerz und Konsum, 
zu Ende die Macht der Mächtigen,
die Macht leerer Worte und Worthülsen. 
ER, der Herr, dein Gott, der eine –
Der Dreieinige ….– wir machen den Weg frei – Vollsperrung aufgehoben. 
Keine Einbahnstraße.
Keine Sackgasse.
Zugang frei und offen für alle!
Keine Umleitung mehr,
vielleicht Umkehr, Einkehr, Hinwendung, 
wenn du willst und weißt: 

Weihnachten wird in der Schrift entschieden.
Weihnachen wird in dir entschieden.

Du, Mensch, musst sehen, 
wie du dazu stehst:
zum Baum, zum Fest, zum Kind, zur Krippe, zum Kreuz, 
zu Gott – dem einen Gott der einen heiligen Schrift,
zusammen gesetzt aus Altem und Neuen Testament, 
und so gesehen:
Weihnachten kannst du dich entscheiden:
Für einen Baum 
und viele kleine und große Geschenke,
die sind gute Zeichen: 
der Baum und die Geschenke, - aber dahinter:
das eine, einzigartige Geschenk: 
des Glaubens.
Aber egal, wie du dich entscheidest:
Dein Heil und Leben hängt nicht von dir ab 
und deinen Entscheidungen.
Immer hängt dein Leben nur von Gott ab und seinen Entscheidungen: 
von dem, was Gott will und wirkt –
Zu Weihnachten sagen Christen: 
Gott als der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, wie ihn die Schrift bezeugt.