„Koffer voller guter Wünsche“ (Januar 2012)

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Gerborg Meister, Hupsy – Dr. Hubertus Rescher – und Karla Helms-Pallas in den Ruhestand verabschiedet 

Mit jeweils einem Koffer voller guter Wünsche von Kolleginnen und Kollegen, angereichert um einige praktische Dinge wie ein weiches Ruhekissen für Gerborg oder ein ausreichend großes Handtuch für Hupsy und ein Kolleg-T-Shirt, dessen Größe für Hupsy sicherlich nicht ausreichend ist, konnten die Geehrten abends das Kolleg verlassen. Allerdings wollen beide – Gerborg und Hupsy - dem Kolleg für eine geringe Zahl von Unterrichtsstunden erhalten bleiben.
Im offiziellen Teil der Verabschiedung hatte Pater Osmar beiden für ihr großes Engagement gedankt. Hupsy habe er sogar schon vor dessen Amtsantritt am Kolleg am 1.8.1978 gekannt, nämlich durch die Arbeit für Entwicklungspolitik, als es darum ging, brasilianische Politiker während der Militärdiktatur in Bezug auf die Gründung von Parteien zu beraten. Er bezeichnete Hupsy als „Inspirator beim Aufbau der Demokratie in Brasilien“. Und Hupsy habe diese Arbeit am Kolleg fortgesetzt, indem er sich besonders um den Bereich Entwicklungspolitik gekümmert habe, verstanden als interkultureller Dialog. Zudem habe Hupsy das Portugiesische besonders gepflegt, indem er Studierende, oft mit viel persönlichem Einsatz, zum Abitur in diesem Fach gebracht habe. Gerborg Meister, die seit dem 1.8. 1979 am Kolleg unterrichtete, dankte er vor allem für ihr stetes und striktes Engagement für die Hopsten-Woche, eine Einführungswoche in die Eine-Welt-Problematik für die Erstsemester, die in Hopsten stattfand, solange das Bernhard-Otte-Haus als Bildungsstätte zur Verfügung stand. Er hob hervor, dass das Kolleg dort seinen guten Ruf gewahrt habe, trotz vieler Probleme z.B. durch ausgiebiges Feiern. Frau Meister habe besonders durch ein Freisemester in Brasilien einen anderen Zugang zu Volk und zu Projekten gefunden und daher die Arbeit der Bewusstseinsbildung in den Vordergrund gestellt. Auch habe sie den Weg des Comenius-Kollegs zur Unesco-Projektschule geebnet und dadurch die Internationalität des Kollegs gestärkt.
Frau Helms-Pallas, die in den letzten Jahren mit einigen Stunden Englisch am Kolleg unterrichtete, habe ihre Welterfahrung eingebracht. Dadurch habe sie dazu beigetragen, dass die Studienkollegiaten die Situation in Deutschland und in ihrem eigenen Land besser verstünden.
Der Lehrerrat bedankte sich bei den – nun ehemaligen – Kollegen traditionsgemäß mit jeweils einem großen Blumenstrauß für die gute Zusammenarbeit, die Vertretung der Studierenden im Verlauf des Nachmittags mit einem Geschenk.


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Im inoffiziellen, aber viel umfangreicheren Teil der Verabschiedung erwies sich zunächst das Kollegium als besonders musikalisch, als es den Geehrten ein Ständchen brachte. Interessant – gerade auch für die jüngeren Kollegen und die Vertreter von AStA und Eine-Welt-Arbeitskreis –war ein fotografischer Rückblick auf die Berufskarriere von Gerborg und Hupsy. „Diesen schicken hellblauen Anzug hat er immer beim 4.Abifach getragen.“ „Kennst du den noch?“ „Geraucht hat sie mal.“ „Pater Osmar – solche Koteletten!“ So trugen alle zu einem Gang durch die Geschichte des Kollegs bei. Und zum Gespräch über die „guten alten Zeiten“ während eines Essens, zu dem Gerborg und Hupsy eingeladen hatten. In die besagten Koffer hatten die Kolleginnen und Kollegen in schriftlicher Form ihre Wünsche gelegt, die die beiden in nun größerer Ruhe zu Hause nachlesen können. 

Text: Gunther Biesewig Fotos inkl. Galerie: Anneliese Dieckmann-Nolting