Kolleg „ein besonderer Lernort“


Entlassungsfeier für die Abiturienten am Comenius-Kolleg

„Oh“ raunte es durch die Halle des Comenius-Kollegs und löste sich in einem Lachen auf, als Beratungslehrerin Monika Witte den ersten Abiturienten bei der Übergabe seines Zeugnisses in den Arm nahm. Diese Szene zeigte die einzigartige Lernatmosphäre am Kolleg, auf die Schulleiterin Susanne Böttcher auch in ihrer Rede vor den Abiturientinnen und Abiturienten, deren Kindern, Eltern und Freunden und Studierenden hinwies.

Diese wurde auch erkennbar in der Umrahmung durch eine stark lateinamerikanisch dominierte Musikgruppe.

Zuvor bedankten sich die Abiturienten für drei interessante, aber auch anstrengende Jahre bei ihren Lehrern mit kleinen Geschenken, vor allem aber beim Kolleg durch die Übergabe eines Schecks. Ihr Dank an die gesamte Schulgemeinde war die Einladung zu einem umfangreichen Kuchenbuffet im Anschluss an die offizielle Abschlussfeier.
Ob das Abitur - und vor allem die Zeugnisse mit der begehrten 1 vor dem Komma - zu einer Ramschware verkommen sei, fragte sich in ihrer Ansprache die Kollegleiterin. Und sie erinnerte sich daran, dass bei ihrem eigenen Abitur nur eine von mehr als 100 Schülerinnen und Schülern solch einen Notenschnitt erreicht habe. Auch habe das Experiment einer deutschen Tageszeitung ergeben, dass Schüler mit den gleichen erbrachten Leistungen ganz unterschiedliche Abiturnoten erhielten, je nach dem Bundesland, in dem daraus die Durchschnittsnote errechnet werde.
Sie hielt der Kritik am Abitur entgegen, dass nicht nur die Abiturprüfung dafür ausschlaggebend sei, sondern auch die in den vorhergehenden vier Semestern erbrachten Leistungen, forderte aber von den Politikern: “Macht die Abschlüsse tatsächlich vergleichbar – aber bitte nicht in Form eines bundesrepublikanischen Zentralabiturs!“
Den Abiturientinnen und Abiturienten bescheinigte sie, dass sie gute und sehr gute Leistungen gezeigt hätten, und eben nicht nur in der Prüfung. Und 9 von ihnen hätten sogar einen Einserschnitt erreicht. Allerdings würden bei der Bewerbung um einen Studienplatz – in immerhin zwei Drittel aller Studienfächer gebe es inzwischen einen Numerus clausus – alle Zeugnisse in einen Topf geworfen. So könne es sein, dass für den ein oder anderen die Abiturprüfung schon – in der Sprache des Sports – das Finale gewesen sei. „Aber vielleicht wartet das Finale auch noch, wenn es nun mit Euch weitergeht, an anderer Stelle, im Beruf, im Studium.“
Sie forderte die Absolventen auf, das Kolleg nicht zu vergessen und weiterhin zu unterstützen. Rückmeldungen Ehemaliger würden immer wieder auf die große Bedeutung verweisen, die das Kolleg als „besonderer Lernort“ in ihrem Leben hatte. Und durch die Übergabe des Schecks hätten sie ja schon einen guten Anfang gemacht.
Das Abiturzeugnis erhielten:


Luca Backs
Alexander Berg
Sabrina Bin
Daniel Blaser
Lars Dellbrügge
Klara Dieter
Bob Eppe
Paul Frommeyer
Sarah Hachem
Norman Heyer
Nikolas Hoppe
Pascal Hoppe
Sabrina Hövelmann
David Hunter
Christina Leufkens
Julian Nelke
Daniel Neyer
Inna Nickel
Theo Niemöller
Sören Nieweg
Miriam Popella
Alexander Rausch
Hendrik Rieskamp
Laura-Helene Runde
Stephanie Schaffer
Sabine Schnepel
Janine Thüner
Daniel Varelmann
Jens Wansart
Jana Warsinsky
Edgar Welk
Laura Wölke

 

Gunther Biesewig