Fast wie in den Tropen: Die Eine-Welt-Tage im September 2016

Bei strahlendem Wetter mit Temperaturen von über 30 Grad fanden die Eine-Welt-Tage vom 14. bis zum 16. September statt. Die tropische Wärme trug zur entspannten und lockeren Stimmung bei, die während der gesamten drei Tage herrschte.

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Über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer strömten am Mittwochmorgen in den Schultenhof und wurden dort von Bernd Lobgesang, dem Eine-Welt-Koordinator der Schule, begrüßt und mit dem Ablauf der Veranstaltung vertraut gemacht. Danach ging es weiter mit einem Einführungsvortrag von Pater Osmar, dem früheren Schulleiter des Comenius-Kollegs, der damit auf die christlichen und insbesondere franziskanischen Grundlagen des Kollegs aufmerksam machte. Er berichtete über das Leben des Gründers des Franziskanerordens, Franz von Assisi, und hob insbesondere dessen Einsatz für das friedliche Zusammenleben von Christen und Muslimen hervor, die sich im 13. Jahrhundert bis auf die Zähne bewaffnet gegenüberstanden. Das Ringen um Frieden als Voraussetzung für ein erfülltes Leben blieb an diesem Mittwochvormittag auch weiterhin ein bestimmendes Thema. Lobgesang informierte im Anschluss an Pater Osmars Referat über Johann Amos Comenius, den Namensgeber der Schule, der sich ebenfalls für das friedliche Zusammenleben der Menschen einsetzte - aber auch für die schulische Bildung für alle Kinder. Ganz ähnliche Ziele verfolgt heutzutage die UNESCO, die Organisation der UNO für Bildung, Wissenschaft und Kultur, zu deren etwa 200 deutschen Projektschulen das Comenius-Kolleg seit 2002 zählt. Nach Lobgesangs obligatorischer Powerpoint-Präsentation über Brasilien, in der es hauptsächlich um die Geschichte des Landes, die dramatischen Unterschiede zwischen Arm und Reich, Wohnverhältnisse, Großgrundbesitz, Kinderarbeit und Naturzerstörung ging, entspann sich eine lebhafte Diskussion über die jüngsten Entwicklungen in diesem Land und auch weltweit. Im großen und Ganzen waren sich die Diskussionsteilnehmer darin einig, dass die Korruption global bekämpft werden muss und dass die Politiker stärker ihren Verpflichtungen im Sinne des Gemeinwohls nachkommen müssen. An die Bürgerinnen und Bürger der Welt ging aber auch der Appell, sich mehr für Demokratie und Frieden stark zu machen.

Danach tagten die Arbeitsgruppen. Diesmal standen sechs zur Auswahl. Es waren „Tanzen verbindet Menschen“ (Leitung: Petra Köstler, Camilo Torres), „Musik aus aller Welt – Musik für eine Welt“ (Leitung: Reinhild Veerkamp), „Theater“ (Leitung: Silke Osterhues), „Brasilien nach der Olympiade“ (Leitung: Gerborg Meister, Elena Rech), „Fairer Handel“ (Leitung: Elke Varnskühler) und „Unsere globale Verantwortung“ (Leitung: Martina Michaelis).Wie die Präsentation am Freitagvormittag belegte, war in allen Gruppen trotz der für September ungewöhnlich hohen Temperaturen sehr konzentriert und fleißig gearbeitet worden. Nicht wenige Tänzerinnen und Tänzer der Gruppe „Tanzen verbindet Menschen“ boten ein schon professionelles Können, und die Songs der in nur drei Tagen zu einem Ensemble zusammengewachsenen Sänger und Instrumentalisten der Musikgruppe überzeugten das Publikum durch Rhythmik und Stimmgewalt. Etwas ganz besonders Pfiffiges hatten sich die Mitglieder der Theatergruppe ausgedacht. Sie karikierten gestisch und mimisch die in der Europäischen Union untereinander grassierenden nationalen Vorurteile. Sie unterstrichen diese geschickt, indem sie, gekleidet wie etwa ein „typischer“ Deutscher, Franzose oder Brite, auf der Bühne agierten. Die Gruppe „Fairer Handel“ verwies in ihrem Vortrag darauf, was dieses Schlagwort, das mittlerweile in (fast) aller Munde ist, wirklich bedeutet und wo fair gehandelte Produkte wie Kaffee, Tee und Schokolade in unserer näheren Umgebung gekauft werden können. Die großen finanziellen und sozialen Kosten der Olympiade in Rio beschäftigte dagegen die fünfte Gruppe, die in ihrer Präsentation z.B. die Errichtung kostspieliger Bauten und die zwangsweise Umsiedlung von Tausenden von Favelabewohnern in Rio de Janeiro kritisierte. Und nicht vergessen werden soll die Gruppe „Unsere soziale Verantwortung“, die sich mit der globalen Umweltzerstörung beschäftigte und am Freitag ihre Vorschläge zur Verhinderung dem Publikum präsentierte. Gegen Schluss der Veranstaltung bedankte sich Schulleiter Thorsten Bahlmann bei allen Beteiligten und lobte die überzeugende Präsentation der Ergebnisse der Gruppenarbeit. Drei ereignisreiche Tage außerhalb des normalen schulischen Trotts gingen dann zu Ende und jeder konnte auf seine Art die tropischen Temperaturen des Wochenendes genießen.  

Bernd Lobgesang