Zuschuss sichert Zukunft (März 2017)

Das Mettinger Comenius-Kolleg wird auf eine neue finanzielle Grundlage gestellt. Das eröffnet dem Weiterbildungskolleg eine neue Perspektive. Nach Gründung einer Stiftung beteiligt sich auch die Gemeinde Mettingen an den Kosten mit einem Anteil von jährlich bis zu 30.000 Euro.

Für die finanzielle Neustrukturierung des Comenius-Kollegs mit einer Stiftung als Träger kann die Weiterbildungseinrichtung in Mettingen mit einem jährlichen Zuschuss der Gemeinde rechnen.

METTINGEN. Die Gemeinde Mettingen beteiligt sich ab 2017 an der Finanzierung des Comenius-Kollegs. Einstimmig beschlossen die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses am Mittwochabend einen jährlichen Zuschuss von bis zu 30000 Euro für den Betrieb des Weiterbildungskollegs. Leiter Thorsten Bahlmann dankte den Mitgliedern für die Entscheidung. Schließlich trägt der Zuschuss der Kommune dazu bei, die Zukunft des Kollegs zu sichern.

Die Schule bietet seit vielen Jahren Erwachsenen die Möglichkeit, das Abitur oder die Fachhochschulreife nachzuholen. Zudem können sich Studierende aus dem Ausland am dortigen Studienkolleg auf das Studium an einer deutschen Hochschule vorbereiten. Seit 1972 betreibt die nordostbrasilianische Franziskanerprovinz vom Heiligen Antonius die in NRW staatlich anerkannte Weiterbildungseinrichtung.

Jetzt steht die finanzielle Neuausrichtung des Kollegs an. Denn aufgrund fehlender Mitbrüder könne der Franziskanerorden die Trägerschaft nicht weiterführen. Das hat Provinzdelegat Pater Osmar Goglok Bürgermeisterin Christina Rählmann in einem Schreiben mitgeteilt. Verwaltung und Finanzierung des Kollegs soll künftig eine „deutsch-brasilianische Schulstiftung“ übernehmen. Das Comenius-Kolleg wird nach dem NRW-Schulgesetz zu 94 Prozent vom Land finanziert. Sechs Prozent muss der Träger aufbringen. Daran beteiligt sich die Kommune mit einem Prozent, aber nicht mehr als 30000 Euro im Jahr Für 2017 liegt der Zuschuss bei knapp 26 000 Euro..

Dafür ist Bürgermeisterin Rählmann künftig als beratendes Mitglied im Kuratorium der Stiftung vertreten. Bis die Stiftung gegründet ist, könne es noch ein bisschen dauern, sagte Thorsten Bahlmann. Da seien im Augenblick noch die Juristen mit beschäftigt. Er hoffe, dass die Satzung nach den Osterferien zur Genehmigung bei der Bezirksregierung und dem Bistum Münster vorliege. Danach könne es aber noch bis zu vier Monate dauern.

Als Modell wurde eine Verbrauchsstiftung gewählt. Das heißt, dass sie ihr Kapital nicht nur aus den Zinsen schöpfen kann. Der Kapitalgrundstock sei vorhanden, sagte Bahlmann. Er selbst werde zum Vorstand gehören, aber nicht in leitender Funktion. Mit dabei seien unter anderem Ex-Bürgermeister Helmut Kellinghaus und Richard Keller.

„Das Comenius-Kolleg sei ein Aushängeschild für Mettingen“, sagte der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Christian Völler. Er würdigte die Bildungsarbeit, die die Franziskanerpater über Jahre geleistet haben. Dem schloss sich Thorsten Laske (SPD) an. „Da kann man nur den Hut vor ziehen“, sagte der SPD-Fraktionschef. Reinhold Heß (FDP) schlug vor, den Zuschuss nicht auf 30000 Euro zu beschränken, sondern jährlich neu zu entscheiden. Die Mehrheit sprach jedoch für eine Obergrenze aus. Die sei nicht in Stein gemeißelt. Bahlmann geht nach den bisherigen Erfahrungen davon aus, dass der gesteckte Finanzrahmen der Gemeinde in den kommenden Jahren mehr als ausreiche. „Deshalb bin ich wegen einer Kostendeckelung nicht bange“, sagte der Leiter des Comenius-Kollegs.

Die Gemeindeverwaltung hatte den Ausschussmitgliedern bereits empfohlen, den Zuschuss zum Trägeranteil zu gewähren. Damit unterstreiche die Kommune letztlich auch die Bedeutung des Kollegs als anerkannten örtlicher Bildungsträger. Bürgermeisterin Rählmann betonte, dass die Kommune der Schule eine dauerhafte Perspektive gebe.

Zusammenarbeit mit dem KvG

Das Comenius-Kolleg und das Kardinal-von-Galen-Gymnasium streben weiterhin eine Zusammenarbeit an. Eine erste Kooperation gebe es bereits im Selbstlernzentrum des Gymnasiums, sagte Kolleg-Leiter Thorsten Bahlmann im Hauptausschuss. In dem Zentrum stehen Rechner zur Verfügung, die Schüler für eigene Recherchen nutzen können. Kollegiaten haben dort mittlerweile die Aufsicht übernommen. Dadurch sei das Selbstlernzentrum wieder richtig nutzbar geworden. Ein gemeinsames Angebot von Kursen sei jedoch schwierig, da es sich um zwei völlig verschiedene Schulformen handele, erläuterte Bahlmann weiter. Deshalb habe man bislang auch noch keinen offiziellen Antrag dafür gestellt. Eine Kooperation der Schulen in diesem Bereich sei ohnehin nur in den naturwissenschaftlichen Fächern möglich. Beide Schulen sehen durchaus konkrete Ansätze für eine Zusammenarbeit. Letztlich gehe es dabei aber vor allem darum, sich auch rechtlich abzusichern, erklärte Bahlmann

Kommentar

Noch wichtiger als das Geld ist das Signal, dass die Gemeinde mit dem Zuschuss für das Comenius-Kolleg aussendet: Das Kolleg ist der Kommune als fester Bestandteil des örtlichen Bildungsangebotes wichtig. Deshalb soll es dauerhaft in Mettingen erhalten bleiben. Eine gute Entscheidung. Das Comenius-Kolleg hat nicht nur vielen Erwachsenen das Abitur und zahlreichen jungen Studierenden aus Lateinamerika und anderen Nationen eine Perspektive gegeben. Es hat mit seinen Eine-Welt-Veranstaltungen vielen Bürgern die Möglichkeit eröffnet, über den Tellerrand hinauszublicken. Zudem bringen die Schüler, wie Pater Osmar zurecht schreibt, internationales Flair in den Ort und spielen bei der Integration von Flüchtlingen ebenfalls eine Rolle. Nebenbei sind 400 Studierende eine Einnahmequelle für die örtlichen Geschäfte und einige Vermieter.

Oliver Langemeyer

IVZ: 31.03.2017, Oliver Langemeyer

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