Studierende in Coimbra (August 2001)

 

Studierende vom Comenius-Kolleg wieder bei universitären Sommerkursen in Portugal
Foto: Silvia Bücker vor dem Hauptportal der Universität Coimbra



Curso de Férias em Coimbra 2001

Silvia Bücker, eine der zwei Studierenden, die im Sommer 2001 in Coimbra waren, schreibt:
"In meinem Portugiesischunterricht bei Hupsy wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass es an der Universität in Coimbra/Portugal einen Sprachkurs während der Ferien gibt. Nach Bestätigung meiner Anmeldung ging es dann am 26.06.2001 nach Portugal. Dort fand ich nach viel Telefoniererei ein halbwegs bewohnbares Quartier, welches aber sehr günstig war. Fünf Wochen standen mir nun bevor.
Am ersten Tag wurde ein sogenannter Einstufungstest durchgeführt. Ich rutschte ins "Nível Elementar A" (Anfängerkurs), in dem fortgeschrittene Anfänger und Anfänger waren. In meiner Gruppe waren etwa zehn Teilnehmer mit unterschiedlichen Kenntnissen. Ich glaube, vier oder fünf verschiedene Länder waren darin vertreten. Der Unterricht erfolgte fast nur in Englisch. Da ich aber ein ausgesprochenes Sprachgenie als Professor hatte, wurden besonders schwierige Sachen in der jeweiligen Sprache erklärt.
W?hrend der ersten Woche wurden all die grammatikalischen Dinge gelehrt, die ich schon in den ersten beiden Semestern am Kolleg gelernt hatte. Das heißt, es ging zwar Schritt für Schritt voran, aber Dr. Antônio Ralha powerte ziemlich. Der Unterricht begann jeden Morgen (Mo-Fr) um 9 Uhr und endete um 13 Uhr. Manchmal hatte ich eine Pause von zwei Stunden und kam erst um 16 Uhr aus der Uni.

 

Im "Nível Elementar A" stehen drei Unterrichtseinheiten auf dem Programm:
1. Conversação/Composição - 2. Laboratório - 3. Língua Portuguesa
Die Unterrichtsstunden im Laboratôrio waren sehr mühsam und äußerst langweilig. Zwei Stunden saß man vor Kassettenrekorder und Arbeitsblatt und versuchte, so perfekt wie möglich die verschiedensten portugiesischen Laute auszusprechen. Meine Lehrerin und ich stritten uns oft über das rollende "R", weil sie mir nicht glauben wollte, dass ich dieses "R" nicht beherrsche. Nach jeder Einheit gab es eine Pause von 10 - 15 Minuten, die jeder Lehrer scheinbar selbst bestimmen konnte. Dr. Antônio Ralha bestimmte meistens eine fünfminütige Pause in einer zweistündigen Unterrichtseinheit.
Etwa ein Mal pro Woche, meistens am Wochenende, organisierte die "Faculdade de Letras" Ausflüge und Besichtigungen rund um Coimbra. Diese sind umsonst und die Teilnahme ist keine Pflicht. Ich selbst war mit der Gruppe am Strand in Figueira da Foz, auf einem Folkloreabend und in einigen kleinen Dörfern in den Bergen. 
Es war immer gut organisiert und hat Spaß gemacht. Außerdem lernte ich so viele neue Menschen kennen, zu denen ich immer noch Kontakt pflege. Am Ende des Kurses kann man dann noch eine Abschlussprüfung belegen, die im "Nível Elementar A" überhaupt nicht schwer sein soll. Ich habe sie nicht gemacht und Geld gespart.
Im Großen und Ganzen hat mir dieser Sprachkurs sehr viel Spaß gemacht und meine Sprachkenntnisse enorm erweitert. Ich würde es auf jeden Fall wiederholen. Allerdings habe ich mich völlig falsch eingestuft gefühlt. Wer Lust auf so einen Sprachkurs hat und neue Erfahrungen sammeln möchte, der wird bestimmt in Coimbra nicht enttäuscht werden."