Handpuppen und Brasiliens Realität (September 2006)

 

Annemarie, Stênio, Olga (von links)


Auswege aus Drogen und Bandenwesen 
Stênio Diniz war schon mehrfach in Mettingen am Comenius-Kolleg. Davon zeugt z.B. ein Holzschnitt an der Wand im Studienheim. Der vielseitige Künstler aus dem Nordosten Brasiliens war auch am Freitag (15.09.) wieder zu Gast, wo er zusammen mit Olga do Nascimento Ribeiro den Studierenden des zweiten Semesters die Realität in seiner Heimat nahe brachte. Mit selbst gefertigten Handpuppen demonstrierte er, wie aus Arbeitslosigkeit und Armut Drogenabhängigkeit und Bandenkriminalität erwachsen.


11757692071 Aufmerksam hört das zweite Semester zu.


Olga, Koordinatorin eines Zentrums für Menschenrechte, berichtete über eigene Erfahrungen im Umgang mit benachteiligten Kindern und Jugendlichen. Sie lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Pirambu, einem berüchtigten Armenviertel der Millionenstadt Fortaleza. Zusammen mit anderen Gruppen und offiziellen Stellen gelingt es ihr, vielen einen Ausweg aus der Gewalt zu zeigen und eine positive Perspektive für das Leben zu finden. In der Diskussion mit den Studierenden kam auch die aktuelle Politik zur Sprache. Obwohl Brasiliens Präsident Lula selbst ein Nordestino ist, der einst den Hunger kennen gelernt hat, werden die Menschen im Nordosten von der Politik kaum unterstützt.
Annemarie Jacobs, die Olgas Engagement für die Jugendlichen seit 1987 mitverfolgt, übersetzte den mit Bildern unterstützten Vortrag. Sie selbst ist in der Brasilienarbeit engagiert und brachte 1986.im Brasilienkunde-Verlag in Mettingen ein Buch über Lieder des Nordostens heraus. Mit dem Vortrag eines Liedes schloss auch Stênio Diniz die Veranstaltung ab.
Text und Fotos: Anneliese Dieckmann-Nolting (dino)